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In der Ausstellung „ Leidenschaft für Heilige“ (v.l.): Die Museumsleiterinnen Eva von Seckendorff und Angelika Mundorff.   

Bis September 2017

Ausstellung in Bruck zeigt Vermächtnis August Aumillers

Fürstenfeldbruck – August Aumillers (1868 - 1929) Leidenschaft waren Heiligenbildnisse. Der Brucker Bäckersohn und Geistliche vermachte die meisten seiner Besitztümer nach seinem Tod dem Diözesenmuseum in Freising, ein Teil blieb aber in der Großen Kreisstadt. Zum 25-jährigen Bestehen des Museums in Fürstenfeld haben die Verantwortlichen die Heiligenbilder Aumillers in der Ausstellung „Leidenschaft für Heilige“ zusammen getragen – zum einen aus Freising als Leihgabe, aber auch aus der Pfarrei St. Magdalena und aus Privatbesitz.

Bis 24. September 2017 kann die Sammlung betrachtet werden. „Vieles wurde im Krieg zerstört oder ging verloren. Wir konnten aber trotzdem etwa 100 Objekte ausfindig machen“, sagt Angelika Mundorff, Leiterin des Museums. Sie hat die Ausstellung zusammen mit Kollegin Eva von Seckendorff organisiert.

Der 1929 verstorbene letzte Hofkaplan der Landhofkirche Fürstenfeld, August Aumiller, verbrachte einen Teil seines Lebens damit, Gemälde, Büsten und Skulpturen aus Klöstern, Kirchen, von Bauern und Händlern zusammenzutragen. Mehr als 2000 Kunstwerke sammelte er über die Jahre – aus der Zeit des Mittelalters bis hin zur Epoche des Rokoko.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Funktionen der Heiligen im Wandel der Zeit. Sie zeigt, wie sich Heilige „zu erkennen geben“ und thematisiert Heiligenschein und Märtyrertod. „Der Begriff des Märtyrers ist eigentlich durch das Erdulden von Leid geprägt, der Märtyrer selbst ist nicht gewaltbereit. Auch das möchten wir in Zeiten des Terrorismus verdeutlichen. Der Begriff wird heute oft falsch verwendet“, erklärt Mundorff.

Dies wird auch am Beispiel der Heiligen Margareta von Antiochien deutlich. Gezeigt wird sie oft mit einem Drachen, der an einer Kette hängt und ihr zu Füßen liegt. Dieser soll ihren Triumph über den Teufel symbolisieren. Wegen ihres christlichen Glaubens wurde die Heilige der Legende nach mit Fackeln verbrannt und mit siedendem Öl übergossen. Jedoch konnte ihr nichts Schaden zufügen. Als Märtyrerin gilt sie als eine Wegbereiterin des christlichen Glaubens.

Diese und weitere Fakten werden den Besuchern auch interaktiv vermittelt. Beispielsweise liegt ein Lexikon aus. Darin können alle ihren Namen und den jeweiligen Heiligen nachschlagen. Außerdem gibt es eine Selfie-Station, an der man sich vor einem Heiligenschein ablichten lassen kann.  (mg)

Die Ausstellung

ist bis 24. September 2017 zu sehen. Die Öffnungszeiten des Klosters sind dienstags bis samstags, 13 bis 17 Uhr, sowie sonntags und feiertags, 11 bis 17 Uhr.

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