Ausstellung zeigt Werke an der Grenze des Machbaren

Fürstenfeldbruck – Nichts ist unmöglich Das scheint das Motto zu sein, das die Arbeit des Olchinger Bildhauers Daniel Huss bestimmt. Immer wieder geht er bis an die Grenzen des Machbaren und darüber hinaus. Er kombiniert scheinbar unvereinbare Materialien und schafft Werke, die brutal und zart zugleich sind. Einige sind derzeit in der Kulturwerkstatt Haus 10 neben den Fotografien und Zeichnungen von Herbert Nauderer zu sehen.

Dass den Kunstpreisträgern des Landkreises ein Jahr nach der Preisverleihung eine Ausstellung im Haus 10 gewidmet wird, hat längst Tradition. Der in Bruck geborene, am Starnberger See und auf Elba lebende Nauderer erhielt die Auszeichnung 2015 zum zweiten Mal, Daniel Huss gewann den Förderpreis. Nauderers Medium ist unter anderem die inszenierte Fotografie und neuerdings auch verstärkt der Kurzfilm.

Seine großformatigen Schwarz-Weiß-Bilder zeigen den Mausmann, ein merkwürdiges Mischwesen mit menschlichem Körper und disney-artig anmutendem Mäusekopf. Die Bilder entstanden in leeren, verfallenden Gebäuden, denen man ihre vormalige Hochherrschaftlichkeit noch ansieht – gerade das macht die Szenen so trostlos. Laudatorin Maya Heckelmann, Leiterin des Kunsthauses Marktoberdorf, erinnern sie an „düstere Traumsequenzen und Fantasiewelten“.

In dem mit blickdichtem Vorhang abgetrennten Raum ganz hinten in Haus 10 läuft ein Kurzfilm, für den sich Nauderer die Schauspieler Sibylle Canonica und Josef Bierbichler vor die Kamera geholt hat. Beide reden in dem tonlosen Werk wie die Maschinengewehre, scheinen erbarmungslos zu streiten. Auch hier spielt der Mausmann eine Rolle. Familiäres Idyll wird als Lüge enttarnt und symbolisiert gleichzeitig das Verhältnis der Gesellschaft zum Außenseiter.

Trotz der Expansion in andere Darstellungsformen ist Nauderer – übrigens frisch gebackener Gastprofessor an der Kunsthochschule in Braunschweig – auch immer noch Zeichner. „Die Zeichnung ist sein ständiger Begleiter“, so Heckelmann. Jeden Morgen wird als erstes der Graphitstift an- und erst wieder abgesetzt, wenn ein Motiv zu Papier gebracht ist – das dauert bei dem 58-Jährigen nicht länger als fünf Minuten.

Das flüchtigste aller Gebilde, die Wolke, hat Daniel Huss in solide, greifbare Kunst verwandelt. „Dreamweaver“ heißt ein entsprechend geformtes Objekt aus weißem Gips. Es ist besetzt mit handgemachten Glasscheiben, denen ein feiner Überzug aus Schwermetall ihre besondere Farbigkeit verleiht. Ein drei Meter langer Glasstab komplettiert das Kunstwerk. Er ist auf eine Weise gebogen und gewunden, wie es eigentlich gar nicht geht – Huss’ Spezialität.

Dem Betrachter viel Raum für eigene Assoziationen zu lassen, ist dem klassisch geschulten Holzschnitzer und Bildhauer wichtig. „Es ist wie in die Wolken schauen und die Formationen deuten“, so Heckelmann. (os)

Die Ausstellung

im Haus 10 läuft noch bis zum 27. November (geöffnet jeweils Freitag 16 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr). Daniel Huss wird am 20. November anwesend sein und Herbert Nauderer eine Woche später.

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