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Einen Radweg gibt es vor der Brücke über die B 471 bereits. Jetzt soll auch auf der anderen Seite ein Radstreifen entstehen.

In Fürstenfeldbruck

B 2 in Bruck: Hier sind Radfahrer bald sicherer

Gefährliche Kreuzungen, schnelle Autos, riesige Laster: Die Augsburger Straße (B 2) stellt für Radfahrer eine Herausforderung dar. Ein durchgehender Radweg soll ab Herbst Abhilfe schaffen.

Fürstenfeldbruck So ganz glücklich sind Thomas Brückner vom Verkehrsforum und Adi Stumper vom Radlclub ADFC damit aber nicht. „Es gäbe optimalere Lösungen“, sagt Stumper. Und auch Brückner sieht die Planung lediglich als Kompromisslösung. Doch wie der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) nun vor knapp 30 Zuhörern im Sitzungssaal des Rathauses sagte, ging dem Erreichen dieses Kompromisses bereits ein zähes Ringen voraus.

Weil es sich um eine Bundesstraße (B 2) handelt, habe man dem Straßenbauamt nur in langen Debatten Zugeständnisse abringen können. „Deshalb denke ich, dass der Kompromiss im Vergleich zur jetzigen Situation ein guter ist.“

Die Lösung hat vor allem für die Anwohner einen großen Vorteil: Sie werden nicht durch Ausbaubeiträge belastet. „Die Maßnahme zahlt die Stadt“, sagte Raff. Laut Planer Benjamin Schneider ist es außerdem das Ziel, nach einem Ausbau der B 2 die geplanten Schutzstreifen (siehe unten) in Radfahrstreifen umzuwandeln.

Einige neuralgische Punkte entlang der Strecke zwischen Philipp-Weiß-Straße und Ährenfeld bleiben jedoch erhalten. So ist es, wie Schneider sagt, aufgrund des fehlenden Platzes an der Fichtenstraße nicht möglich, eine Mittelinsel zu bauen. Und auch die komplexe Kreuzung an der Philipp-Weiß-Straße, wo mehrere Straßenäste aufeinandertreffen, bereitet weiter Kopfschmerzen.

Laut Matthias Fiedler, Verkehrsplaner der Stadt, gebe es Überlegungen, dort etwas für die Radler zu tun. „Das ist aber nicht auf die Schnelle umsetzbar.“ Auch hier ist laut Raff das Straßenbauamt der entscheidende Faktor. „Wir müssten an den Grünphasen auf der Augsburger Straße etwas ändern.“

Weil es sich um eine stark befahrene Bundesstraße handelt, sträube sich das Straßenbauamt jedoch dagegen. Auch auf Höhe der Brauerei befürchten die Bürger weiter Probleme, wenn wartende Laster am Morgen unter Umständen die Schutzstreifen blockieren. Doch dafür sah Raff Lösungen: „Die Brauerei könnte zum Beispiel die Lkw-Fahrer auffordern, an einer anderen Stelle zu warten.“ Oder das Unternehmen könne sein Gelände eine Stunde vor Betriebsbeginn öffnen, um die Laster dort warten zu lassen. „Da müssen wir eben mit der Brauerei reden“, sagte Raff.

Letztlich waren sich die Anwesenden einig, dass eine Kompromisslösung besser sei, als gar nichts zu tun. Brückner: „Wir begrüßen es, dass etwas passiert.“ Es sei richtig, dass Radler künftig auf der Augsburger Straße auf der Fahrbahn und durchgehend auf der richtigen Seite fahren können.

So soll der Radweg aussehen

Der Ausbau der Augsburger Straße teilt sich in mehrere Abschnitte auf. Wie Planer Benjamin Schneider erklärte, solle eine Kombination aus von Autos befahrbaren Schutz- und für Autos verbotenen Radfahrstreifen sowie Mittelinseln geschaffen werden. Von der Philipp-Weiß- bis zur Marthabräustraße ist ein beidseitiger Schutzstreifen mit 1,5 Metern Breite vorgesehen. 

Weiter bis zur Kronprinz-Rupprecht-Straße entsteht Richtung Süden ebenfalls ein Schutzstreifen. Der vorhandene getrennte Geh- und Radweg Richtung Norden bleibt erhalten. Ein Radfahrstreifen mit 1,8 Metern Breite wird bis zur Brücke über die B 471 geplant. Am Ährenfeld soll der Radweg in einen Schutzstreifen Richtung Norden entlang der Staatsstraße übergeleitet werden. 

Auf Höhe der Marthabräustraße im Süden soll eine Radverkehrsfurt für Sicherheit sorgen, bei der Kreuzung mit der Kronprinz-Rupprecht- beziehungsweise Nordendstraße ist eine Mittelinsel geplant. Gehwege, die breit genug sind, sollen laut dem städtischen Verkehrsplaner Matthias Fiedler für Radfahrer freigegeben werden. (ad)

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