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Verkehr am Brucker Hauptplatz

Straßenplanung

B 2 in Fürstenfeldbruck: Neue Trasse im Gespräch

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Seit dem Aus für die Deichenstegtrasse ist es still um die B 2-Verlegung geworden. Doch nun liegt eine neue Idee auf dem Tisch: Eine Trasse vom Tulpenfeld über die Fürstenfelder- und Landsberger Straße zur B 471. Die Stadt soll diesen neuen Vorschlag des Straßenbauamts prüfen.

Fürstenfeldbruck – Die Straßenbauverwaltung hält es zumindest theoretisch für denkbar, die B 2 aus der Brucker Innenstadt zu verbannen. Die alternative Trasse würde auf Höhe des Tulpenfelds von der bestehenden Bundesstraße abzweigen und über die Oskar-von-Miller-, die Fürstenfelder-, die Schöngeisinger-, die Holzhof- und die Landsberger-Straße bis zur B 471 im Brucker Westen führen. Die Stadt ist nun aufgefordert, den Vorschlag genauer zu prüfen und zu diskutieren.

Diese Idee der B 2-Verlegung ist das Ergebnis einer Besprechung vom 24. Oktober 2017 bei der Regierung von Oberbayern. Ein entsprechendes Papier wurde an die Fraktionen des Brucker Stadtrats weiter gegeben, eine relevante Debatte in den Gremien gab es bislang aber zu dem Thema nicht. Auf Nachfrage ließ OB Erich Raff (CSU) bei einer Bürgerversammlung in der vergangenen Woche immerhin durchblicken, dass die Idee auf keine große Gegenliebe stoße und man den Vorschlag nicht akzeptieren werde – alles weitere ist offen.

Die Straßenbauer betonten bei dem Gespräch im Oktober vergangenen Jahres, dass nach der vorgesehen Erneuerung oder Sanierung der Amperbrücke kein Anlass mehr bestehen werde, die jetzt geltende Tonnagebeschränkung (16 Tonnen) weiter aufrecht zu erhalten. Es gebe aber die Möglichkeit, aus Gründen des Umweltschutzes oder der Verkehrssicherheit bestimmte Fahrzeuge aus der Innenstadt auszuschließen. Wenn die B 2 in der Innenstadt zur Ortsstraße herabgestuft würde, dann müssten andere Straßen in Bruck zur Bundesstraße heraufgestuft werden, heißt es in dem nach dem Treffen verfassten Papier. Nicht zur Diskussion stehe eine weitreichende regionale Abstufung der B 2 zwischen A 99 und B 471. Ungeeignet sei außerdem eine Führung der B 2 über die Oskar-von-Miller und die äußere Schöngeisinger Straße zur B 471 (Buchenau). Diese Streckenführung, so hieß es, würde dem weiträumigen Verlauf der B 2 zu wider laufen und stelle einen großen Umweg dar , was mit der Funktion als Bundesstraße nicht vereinbar sei. Denkbar dagegen sei eine Führung, wie oben beschrieben, über die innere Schöngeisinger- und eben die Landsberger Straße bis zur Anschlussstelle Fürstenfeldbruck-West. Gegebenenfalls müssten dann einzelne Knotenpunkte umgestaltet oder ertüchtigt werden. Herabgestuft von ihrer Eigenschaft als Staatsstraße werden könnten dann einige Abschnitte, etwa die Schöngeisinger Straße zwischen Holzhof- und Hauptstraße sowie der Abschnitt zwischen dem Kreisel an der Maisacher Straße und der B 471.

Im Zuge einer Vereinbarung könnte dann außerdem geregelt werden, dass eine dann nicht sanierte Amperbrücke an die Stadt übergehe. Sprich: Die marode Brücke würde dann der Stadt gehören. Der „Erhaltungsrückstand“ würde dann durch einen Geldbetrag ausgeglichen.

Grundsätzlich bedürfe die Umstufung einer ausreichenden Begründung sowie des Einverständnisses der Obersten Baubehörde und des Bundesverkehrsministeriums, hieß es bei dem Treffen weiter. Für Beobachtern kam der Vorschlag des Straßenbauamt etwas überraschend. Denn die Straßenbauer hatten eine immer wieder diskutierte Verlegung der B 2 in der Vergangenheit stets als unmöglich abgelehnt. Wenn es eine angemessene Alternative gebe, sei die Umwidmung einer Straße aber natürlich denkbar, hieß es dieser Tage im Straßenbauamt. In der Stadt plant man offenbar, sich noch vor der Sommerpause mit dem Thema zu befassen.

Kommentar: 

Der Vorschlag der Straßenbauer mutet skurril an, wenn nicht sogar abwegig. Es drängt sich ein wenig der Verdacht auf, dass sie auf einen offenbar schwer realisierbaren Vorschlag von Teilen der Brucker Politik (Verlegung auf die äußere Schöngeisinger Straße zur Buchenau) mit einem genauso wenig realisierbaren Gegenvorschlag reagieren. Damit weichen sie dem denkbaren Vorwurf aus, sich nicht bewegt zu haben, und spielen den Ball an die Stadt zurück, die in sich aber derart uneins in der Frage der B 2 ist, dass eine Lösung für das Problem praktisch unmöglich erscheint. Der gordische Knoten der B 2 in Bruck ist nicht durchgeschlagen, im Gegenteil. (Thomas Steinhardt)

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