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Baby geschüttelt? Vater erneut vor Gericht

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Von: Nina Gut

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Beispielfoto © PantherMedia / Angelika Krikava / Angelika Krikava

Es ist ein schlimmer Vorwurf, der einem Hausmeister (38) aus Fürstenfeldbruck gemacht wird: Er soll im Februar 2017 seine sieben Monate alte Tochter so heftig geschüttelt haben, dass sie ein Schütteltrauma erlitt – eine sehr gefährliche Verletzung für Babys.

Fürstenfeldbruck – Doch der Vater bestreitet den Vorwurf vehement. Vor dem Amtsgericht in Bruck wurde er im Mai dann auch freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft legte aber Berufung ein, so dass der Fall vor dem Landgericht München II erneut aufgerollt wurde.

Laut Anklage soll sich der Fall so zugetragen haben: Seit Anfang 2017 arbeitete die Mutter des kleinen Mädchens wieder als Verkäuferin. In dieser Zeit betreute der Vater das Kind. Am 3. Februar aber stimmte etwas nicht mit der Kleinen. Der Brucker rief seine Lebensgefährtin an und berichtete ihr, dass das Kind schreie und erbreche. Zusammen fuhren sie ins Krankenhaus, wo ein Noro-Virus diagnostiziert wurde. Am 23. Februar erbrach sie wieder und schielte zudem, was die Oma beunruhigte. Erneut fuhren sie ins Krankenhaus, wo die Ärzte die Diagnose Schütteltrauma stellten. Dabei kommt es zu gefährlichen Einblutungen im Gehirn. Das Mädchen wurde operiert und lag wochenlang im Krankenhaus. Anschließend kam es zu einer Pflegefamilie, wo es bis heute lebt. Es hat sich altersgerecht entwickelt.

Laut dem Vater begannen die Probleme allerdings schon früher, nämlich im Dezember 2016. Die Kleine sei „ein Strahlekind“ gewesen, habe nie geschrien. Doch plötzlich sei das Strahlen weg gewesen, sie sei blass geworden und habe einen breiten Kopf bekommen. Er mache sich Vorwürfe, dass er da nicht gleich mit ihr in die Klinik gefahren sei. Seiner Meinung nach seien die Impfungen Schuld an den Problemen seiner Tochter.

Immer wieder weinte der Vater. „Mir wurde mein Kind genommen in der schönsten Zeit. Das macht mich fix und fertig.“ Keinesfalls habe er das Mädchen geschüttelt. „Gott ist mein Zeuge.“ Er könne nicht einmal sein Haustier schimpfen, „wie soll ich mein Kind schütteln?“

Den ganzen Tag vernahm das Gericht gestern Zeugen – Verwandte, Bekannte und Ärzte. Der Prozess war bei Redaktionsschluss noch nicht zu Ende.  gut

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