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Genau 125 Jahre nach der Geburt von Arthur Honegger setzten Bach-Chor und Orchester dem zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Komponisten im nicht ganz ausverkauften Stadtsaal ein monumentales Denkmal mit der Aufführung seines „König David“. 

In Fürstenfeldbruck

Bach Chor leistet Großes

Der Bach Chor Fürstenfeldbruck und sein Orchester haben mit ihrer Aufführung von „König David“ Großes geleistet: Solisten, Sänger und Musiker schlüpften in viele Rollen und brachten dadurch das vielschichtige Werk und seinen Protagonisten zum Glänzen.

Fürstenfeldbruck – Musik kann Geschichten erzählen, kann Bilder lebendig werden lassen und im Kopf des Zuhörers dramatische Szenen heraufbeschwören. Ein Komponist, der die plastische Darstellungskraft der Musik meisterlich zu nutzen vermochte, war der Schweizer Arthur Honegger. Viele seiner Werke sind heute vergessen – nicht so „König David“, eines der erfolgreichsten Oratorien des 20. Jahrhunderts. Der Bach Chor Fürstenfeldbruck und sein Orchester führten unter der Leitung von Gerd Guglhör die packende Geschichte erstmals im Stadtsaal auf.

Schillernde Figur des Alten Testaments

David ist eine der schillerndsten Figuren des Alten Testaments. Vom Hirtenjungen stieg er um 1000 vor Christus zum israelischen König auf, was er fast 40 Jahre lang bleiben sollte. Sprichwörtlich bis heute ist sein Kampf gegen den Riesen Goliath, und Bethlehem als die „Stadt Davids“ ist jedem aus der Weihnachtsgeschichte ein Begriff. David soll ein kultivierter Herrscher gewesen sein, der großartig sang, Harfe spielte und auch Psalmen verfasste.

Doch er ließ sich auch von der Macht korrumpieren und zog sich mehrfach den Zorn Gottes zu – etwa, als er den Mann der von ihm begehrten Bathseba töten ließ. Dennoch fand sein Leben ein versöhnliches Ende mit der Vision des kommenden Heilands.

Honegger komponierte das Auftagswerk im Jahre 1921 als viereinhalbstündiges musikalisches Schauspiel, machte aber später ein 70 Minuten kurzes Oratorium daraus. Dem Erzähler kommt darin eine wichtige Rolle zu – er schildert abschnittsweise die Handlung mit Worten, bevor sie von Chor, Solisten und Orchester in Musik übersetzt wird. Tobias Marzin, Freunden der Neuen Bühne Bruck bestens als Darsteller bekannt, erwies sich für diesen Part als glänzende Besetzung.

Die Solisten Anna-Lena Elbert (Sopran), Katharina Guglhör (Alt) und Eric Price (Tenor) stellten abwechselnd die vielen Seiten des Titelhelden dar, und auch der Chor hatte sich auf viele Rollen einzustellen. Mal verkörperte er das Volk Israel, mal die Propheten, dann wieder das israelische Kriegsheer, die Klageweiber oder einen himmlischen Chor – und immer tat er es kraftvoll, präzise und mitreißend.

Gleiches gilt für die Leistung des Orchesters, dem an diesem Abend ebenfalls Ungewöhnliches abverlangt wurde. Denn genauso farbig und vielschichtig wie die Gesangsparts gestaltete Honegger die Orchesterbegleitung – mit ständig wechselnden Besetzungen, archaischen Klängen, atonalen Momenten und verrückten Rhythmen. Genau 125 Jahre nach Honeggers Geburt setzten Bach Chor und Orchester dem zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Komponisten im nicht ganz ausverkauften Stadtsaal ein monumentales Denkmal – und bescherten dem Publikum einen höchst außergewöhnlichen Konzertabend. (Ulrike Osman)

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