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Hier soll ein zusätzlicher Bahnsteig entstehen: Wie die neue Plattform im Süden des Bahnhofs Buchenau ohne große Umwege barrierefrei zu erreichen sein soll, ist offen bar noch nicht geklärt, krisitiert Brucks Verkehrsreferent Mirko Pötzsch. 

Buchenau barrierefrei

Bahnhofs-Aktivisten fühlen sich übergangen

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Der barrierefreie Umbau des Bahnhofs Buchenau rückt näher. Doch einige der Vorkämpfer für das Projekt sehen noch Probleme. Sie kritisieren, dass sie in die Detailplanung nicht einbezogen wurden.

Fürstenfeldbruck – Auf einmal ging es ganz schnell. Nach Jahren des Verhandelns stellte die Bahn im Juli 2018 ihre Pläne für den Bahnhof Buchenau vor. Und schon im August erging der Planfeststellungsbeschluss. Das war dann doch ein wenig zu schnell, finden einige von denen, die sich in den letzten Jahren für einen barrierefreien Ausbau des Bahnhofs stark gemacht hatten.

Vertreter des Aktionsbündnisses für den barrierefreien Ausbau kritisieren, dass sie in der Endphase nicht ausreichend in die Detailplanungen einbezogen wurden. Sie sehen sich mit vollendeten Tatsachen konfrontiert. Dabei sind aus ihrer Sicht noch einige entscheidende Details nicht ausreichend geklärt.

„Wir haben eher zufällig erfahren, dass das Planfeststellungsverfahren schon abgeschlossen war“, kritisiert Mirko Pötzsch. Nicht mal er als Verkehrsreferent sei informiert worden, dass die Bahn der Stadt die detaillierten Pläne für den Bahnhofsumbau vorgelegt hat, sagt der SPD-Stadtrat. Auch habe man erst aus dem Rathaus-Report von der Auslegung der Planunterlagen erfahren. Die Oktober-Ausgabe des städtischen Informationsblattes der Stadt sei erst am letzten Tag der Frist zur Einsichtnahme erschienen. Die Möglichkeit, auf das Verfahren einzuwirken sei damit verstrichen.

Pötzsch hat nun im Nasmen der SPD-Fraktion, zusammen mit Karl Danke von der BBV und Alexa Zierl von der Fraktion Partei und Frei, beantragt, dass der Stadtrat samt seiner Beiräte für Senioren und Menschen mit Behinderung bald über den aktuellen Planungsstand informiert wird. Denn schon im nächsten Frühjahr sollen die Arbeiten beginnen.

Drängend ist für Pötzsch und das Verkehrsforums vor allem der barrierefreie Zugang zum geplanten zusätzlichen Bahnsteig südlich der Gleise. Für Menschen mit Einschränkungen, die aus Richtung Buchenauer Platz kommen, ist der nach den Plänen der Bahn nur mit einem großen Umweg zu erreichen. Sie müssten demnach unter den Gleisen hindurch zum nördlichen Bahnsteig, dort mit einem der drei neu geplanten Aufzüge nach unten, in einem neuen Verbindungsgang wieder nach Süden, um dann mit dem Aufzug zum Südbahnsteig hinauf zu fahren.

Mit einer kleinen Rampe und einem Verbindungsweg zum Buchenauer Platz sei das Problem zu lösen, sagt Pötzsch. Dass die Stadt diese Lösung auf eigene Kosten baue, sei auch schon 2012 beschlossen worden. Doch man habe keine Ahnung, wie hier der Planungsstand sei und ob sich Stadt und Bahn abgestimmt hätten. Diese Abstimmungen müssten zügig erfolgen und dann auch die nötigen Mittel rechtzeitig zur Verfügung stehen.

Nicht zufrieden sind Pötzsch und das Verkehrsforum auch mit dem künftigen Zugang zum nördlichen Bahnsteig. Der wird nach dem Umbau um etwa 20 Zentimeter höher sein. Dadurch entsteht eine Stufe in Richtung Geschwister-Scholl-Platz. Die eine geplante Rampe sei zu wenig und auch noch ungünstig platziert, findet auch Martina Lampl, Mitglied im Aktionsbündnis und ehemalige Vorsitzende des brucker Behindertenbeirats. „Dadurch werden Umwege nötig“, sagt sie. Und für menschen mit gehbehinderung ist jeder Meter eine Anstrengung.

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