Fingerzeig: Die Skulptur weist darauf hin, dass Ferdinand von Miller im Brameshuber-Haus geboren wurde.

An der Brucker Hauptstrasse

Bavarias Finger kehrt zurück

Fürstenfeldbruck – Viva Bavaria! Der kleine Finger der von Ferdinand von Miller (1813 bis 1887) gegossenen Statue ist zurück an seinen Platz vor dem Brameshuber an der Hauptstraße gekehrt.

Der Abguss, der eine Höhe von etwa 31 und einen Durchmesser von fast 15 Zentimetern hat, musste während der Umbauzeit des Brameshuber weichen. Denn einer Gefährdung aussetzen wollte man das gute Stück auf garkeinen Fall. Schließlich hat es der Erzgießer Ferdinand von Miller vor weit mehr als hundert Jahren eigenhändig dem Männergesangverein der Stadt übergeben.

Grund dafür sei die „große Verbundenheit mit der Stadt“ gewesen, wie Robert Weinzierl, ehemaliger und Ehrenvorsitzender des historischen Vereins, erzählt. Die Männer der heutigen Chorgemeinschaft hatten damals auch eine wunderbare Verwendung für das Fingerchen: Zu besonderen Anlässen benutzten sie die Skulptur – ganz wie angeblich König Ludwig I. bei der Enthüllung der Statue 1850 auf der Theresienwiese – als Krug. „Aber da musste man höllisch aufpassen“, weiß Weinzierl noch aus Erzählungen. „Denn wenn man den Finger falschherum ansetzte, schwappte einem das ganze Getränk ins Gesicht.“

Heute kann das freilich niemandem mehr passieren. Der Abguss sitzt bombenfest auf einem schmalen, etwa 1,40 Meter hohen Sockel. „Alt-OB Kellerer hatte sich damals eine Bronzeplatte vor dem Brameshuber gewünscht. Die sollte darauf hinweisen, dass Miller in dem Haus geboren ist“, erinnert sich Weinzierl. Aber dann kamen wir auf eine viel bessere Idee: Die Abbildung des Fingers. Und so kam es, dass 2004 – pünktlich zur offiziellen Freigabe des neu gestalteten Marktplatzes – der damalige Vorsitzende des Historischen Vereins Otto Meißner und Kellerer das Prachtstück enthüllten. Dazu gab’s Bayernhymne und Freibier.

von Verena usleber

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