Ein Verfahren, das mit Öl verschmutzten Sand reinigen kann, entwickelt Annika Greese für den Wettbewerb „Jugend forscht“. Betreut wird sie von d en Lehrern Jim Frielinghaus (r.) und Thomas Ostermeier.

Wettbewerb beginnt

Jugend forscht startet: Sie filtert Erdöl aus den Sandstränden

Am Mittwoch starten erneut die bundesweiten Wettbewerbe zu „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“. Von 105 Teilnehmern kommen 20 vom Graf-Rasso- und Viscardi-Gymnasium.

Fürstenfeldbruck –  Eine von ihnen will von Erdöl verseuchte Strände mit einer chemischen Methode retten.

Für Annika Greese war lange nicht klar, wie sie ihre Seminararbeit gestalten will. Auf die zündende Idee kam die 18-Jährige im Portugal-Urlaub. „Ich habe am Strand lauter schwarze Flecken gesehen und dachte anfangs, es ist Erdöl“, erklärt die Bruckerin. Auf Anfrage bei Einheimischen stellte sich aber heraus, dass es sich lediglich um abgekratztes Felsmaterial handelt. Dennoch nahm sie etwas von dem Sand mit nach Hause, um ihn zu untersuchen.

Dass Erdöl ein Problem für Mensch, Natur und Tiere ist, hat die Schülerin bis heute nicht losgelassen. „Immer wieder werden Strände und Meere durch Erdöl-Katastrophen verunreinigt“, sagt Greese. „Wenn der Sand dann von Menschen gereinigt wird, ist beispielsweise die Gefahr Krebs zu bekommen sehr hoch.“ Der Naturschutz liegt ihr am Herzen. Deshalb will sie eine Methode entwickeln, um das Reinigen der Strände zu erleichtern und weniger gefährlich zu machen.

Ein Beispiel nimmt sie sich dabei an einem kanadischen Professor, der einen ähnlichen Vorgang wählt wie die Schülerin jetzt bei ihrem Versuch. Es geht darum, das Erdöl mit einem ionischen Lösungsmittel vom Sand zu trennen. Anschließend sollen Sand, Erdöl und Lösungsmittel wieder in ihre Bestandteile aufgeteilt werden. „Aus Gründen der Nachhaltigkeit“, erklärt die Graf-Rasso-Schülerin. Der Sand könne dann wieder auf den Strand geschüttet, das Lösungsmittel für weitere Reinigungsvorgänge verwendet und das Öl in die Industrie zurückgeführt werden.

Jim Frielinghaus, der sie betreut, ist vom Projekt beeindruckt. „Es handelt sich um einen genialen, nachhaltigen und umweltfreundlichen Ansatz.“ Der Lehrer, der schon einige andere Projekte begleitet hat und Chemie und Biologie unterrichtet, weiß aber auch, dass es zur Durchführung entsprechende Ingenieurskunst braucht.

Neben der ambitionierten Umweltschützerin beschäftigen sich acht weitere Graf-Rasso-Schüler mit Experimenten. Die Achtklässler Benjamin Briegel, Florian Braig und Philip Trenz entwerfen faltbare, wiederverwendbare Trinkbecher. Lara Fink, Emma Becker und Sandra Wesel, die ebenfalls die 8. Klasse besuchen, ermitteln nicht sichtbare Farben aus Obst und Gemüse.

Auch am Viscardi-Gymnasium forscht die Jugend. Mit lenkbaren Wasserraketen experimentieren Felix Augustin und Bjarne Schurig, die die 10. Klasse besuchen. Die Elftklässler Valentin Eckmann, Xaver Vöst und Marian Conrad führen Strömungsuntersuchungen an Papierfliegern durch. Sie beschäftigen sich mit der Frage, warum Papierflieger überhaupt fliegen und welche Auswirkungen Startwinkel und Massenschwerpunkt auf die Flugbahn haben. Eine möglichst perfekte Flugbahn zu erreichen, ist das Ziel. Dies soll mit Hilfe eines Windkanals, bestehend aus einer handelsüblichen PVC-Röhre, veranschaulicht werden.

Die Gewinner des Regionalentscheides qualifizieren sich für die Landeswettbewerbe. Wie die Chancen stehen, kann Valentin Eckmann schwer vorhersagen. „Wie auch immer, es hat auf jeden Fall Spaß gemacht.“  chr

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