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Rund 80 Schauspieler und Sänger standen bei der Wuiden Hetz auf der Bühne. Das Mysterienspiel begeisterte das Publikum. Auf weitere Vorstellungen warteten die Fans vergeblich. 

In Fürstenfeldbruck

Wuide Hetz: Laienstück endet im Rechtsstreit

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Es war ein ambitioniertes Projekt. Das Mysterienspiel „Wuide Hetz – Eine Fürstenfelder Rauhnachtsgeschichte“ sahen im Dezember 2017 rund 600 Besucher im Stadtsaal. 

Fürstenfeldbruck– Für 2018 und 19 waren weitere Aufführungen geplant. Doch daraus ist nichts geworden. Die „Wuide Hetz“ beschäftigt inzwischen die Gerichte. Nach einem Jahr wurde das Mysterienspiel „Wuide Hetz“, in dem das Mädchen Emi in die Anderswelt der Perchten, Wichtel und Naturgeister eintaucht, sang- und klanglos zu Grabe getragen. In einem offiziellen Statement aus Fürstenfeld ist von „unüberbrückbaren Differenzen“ zwischen dem Komponisten auf der einen Seite sowie dem Veranstaltungsforum und dem Regisseur auf der anderen Seite die Rede. Auf Nachfrage wird Norbert Leinweber, Geschäftsführer des Veranstaltungsforums, kaum deutlicher. „Es wird keine weiteren Aufführungen geben, weil einer der beteiligten Partner sich unkooperativ verhält.“

Defizit eingespielt

Gemeint ist der Allgäuer Komponist Christian Ludwig Mayer, der die Musik zur „Wuiden Hetz“ geschrieben hat. Dessen Anwalt Ulrich Schwab sieht die Ursache für die Absage jedoch woanders. Das Mysterienspiel habe ein Defizit in Höhe von 50 000 Euro eingespielt. Er wirft dem Veranstaltungsforum vor, die umfangreiche Eigenproduktion mit über 100 Mitwirkenden nicht „mit der gebotenen Sorgfalt“ budgetiert zu haben und von den tatsächlich angefallenen Kosten „völlig überrascht“ worden zu sein.

Anlaufkosten

Dass tatsächlich ein Minus in der genannten Höhe aufgelaufen ist, bestreitet man im Veranstaltungsforum nicht. „Im ersten Jahr hat man erhebliche Anlaufkosten“, sagt Leinweber. „Man muss die Geschichte entwickeln und schreiben lassen, die Musik komponieren, die Kostüme schneidern und das Bühnenbild bauen lassen.“ Die Kosten dafür seien auf drei Jahre berechnet gewesen. „Also hätte sich das Defizit auf drei Jahre verteilt.“

Hinzu kommt, dass die Einnahmen hinter den Erwartungen zurückblieben. In einem ausverkauften Stadtsaal hätten 750 Zuschauer Platz gefunden, tatsächlich kamen nur 600. Um die Kosten weiterer Aufführungen zu senken, habe Mayer angeboten, eine Playback-Version der Musik zu erstellen, so Anwalt Schwab. Dies sei vom Veranstaltungsforum jedoch abgelehnt worden.

Schadenersatz gefordert

Für die abgesagten Vorstellungen fordert der Komponist nun Schadenersatz. Im Augenblick wird noch geklärt, welche Gerichtsbarkeit dafür zuständig ist. Mayer ist vors Arbeitsgericht gezogen, da er weisungsgebunden gearbeitet habe. „Der Vertrag eines Gastdirigenten ist ein typischer Arbeitnehmervertrag, er muss sich ja integrieren“, sagt Ulrich Schwab. Das Veranstaltungsforum hält diese Position für absurd, da Mayer eben kein Beschäftigter gewesen sei.

Eine Sprecherin des Arbeitsgerichts München bestätigt, dass ein Gütetermin zwischen den Parteien stattgefunden hat, jedoch keine Einigung erzielt wurde. Sollte das Arbeitsgericht sich für nicht zuständig erklären, könnte der Fall vors Landgericht gehen.

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