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Adliger Besuch beim Ortstermin an der Kaisersäule: Franz Herzog von Bayern (M.) sah sich das Monument an. Mit dabei (v.l.): Stadtrat Georg Jakobs, Oberskonservatorin Hildegard Sahler, Kulturreferent Klaus Wollenberg, Landtagsabgeordneter Thomas Goppel, Stefan Meier vom Bauamt Freising, der amtierende Bürgermeister Erich Raff und Alexander Eder vom Bauamt.

Besprechung zum Kreisverkehr in Puch

Bayern-Herzog an der Kaisersäule

Fürstenfeldbruck - Besichtigung mit royalem Flair: Franz Herzog von Bayern gab sich gestern die Ehre und besuchte die Kaisersäule bei Puch. Der Urenkel des letzten bayerischen Königs Ludwig III. war zum ersten Mal an dem Monument seiner Familie.

Graue Anzughose, glänzende aber schlichte braune Lederschuhe, jägergrüne Jacke: Bescheiden kam er daher, der Herzog von Bayern. Gemeinsam mit Vertretern der Stadt, des Freistaats und des Denkmalamts sah sich das Oberhaupt des Hauses Wittelsbach gestern die Kaisersäule bei Puch an. Hintergrund: Neben dem Obelisken am Unfallschwerpunkt B 2-Kreuzung entsteht ein Kreisverkehr, die Grünfläche rund um das Monumet wird neu gestaltet.

Tatsächlich war es für den Adeligen der erste Besuch der Kaisersäule. „Vorbeigefahren bin ich aber schon öfter“, scherzte der 83-Jährige. Dabei ist das 1808 errichtete Bauwerk für den Herzog eigentlich ein Stück Familiengeschichte. Das Monument wurde damals zu Ehren des 1347 nahe Puch verstorbenen Kaisers Ludwig der Bayer aufgestellt. Er wiederum war der Sohn des Klostergründers Herzog Ludwig II. der Strenge. Die beiden stammen wie Franz Herzog von Bayern aus der Wittelsbacher-Dynastie.

Der Herzog zeigte sich sehr interessiert an dem Denkmal. „Ich habe denselben Bezug dazu wie alle Bayern, nämlich einen historischen“, so der 83-Jährige. Es sei extrem wichtig, dass das Denkmal erhalten bleibe, meinte der Adelige. „Das Gedenken ist von enormer Bedeutung, wenn man sich in Erinnerung ruft, wie viel Ludwig der Bayer in seiner Zeit bewirkt hat.“ Auch deshalb wollte sich der Wittelsbacher in Bruck über die aktuellen Planungen informieren. Meist beschränkte er sich aufs Zuhören. „Wenn es um so etwas geht, bin ich kein Experte.“

Genauestens mit den Entwürfen für den neuen Kreisverkehr und das Säulen-Areal befasst hatten sich dafür Vertreter des zuständigen staatlichen Bauamts Freising. Sie machten klar: Nach jetzigem Stand der Pläne müssen einige Quadratmeter der Grünfläche rund um die Säule für den Kreisel-Bau weichen. Bereits jetzt kündigte Oberkonservatorin Hildegard Sahler an: „Das Denkmalamt muss die Planung so komplett ablehnen.“ Eine Klage steht im Raum.

Rückendeckung bekam sie von Kulturreferent Klaus Wollenberg (FDP) und Stadtrat Georg Jakobs (CSU), der den Termin organisiert hatte. Auch Landtagsabgeordneter Thomas Goppel (CSU) regte an, die Platzierung zu überdenken. Stefan Meier vom Bauamt war von der Idee allerdings nicht begeistert. Wenn man den Kreisverkehr verlege, müsse man Grund von Privatpersonen ankaufen. Auch das laufe oft auf eine Klage hinaus.

Die Idee von Sahler, den Kreisverkehr in Richtung Puch zu verschieben, lehnte am Ende Brucks amtierender Bürgermeister Erich Raff (CSU) ab. „In die Wohnbebauung darf nicht eingegriffen werden“, so Raff. Das Straßenbauamt tüftelt nun weiter an den Plänen.

von Verena Usleber

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