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Trotz Schaffung neuer Plätze reicht das Angebot nicht aus

Bedarf an Kinderbetreuung steigt und steigt

Fürstenfeldbruck wächst. Eine Studie zur demografischen Entwicklung belegt das. Für die kleinsten Bürger müssen deshalb Krippen-, Kindergarten- und Hortplätze her. Und zwar nicht wenige.

Fürstenfeldbruck – Fast jedes Jahr wird ein Kinderhaus eingeweiht oder irgendwo angebaut. Die Zahl der Krippen- und Kindergartengruppen wächst und wächst. Und doch ist es immer noch zu wenig. Rund 50 Mädchen und Buben stehen auf der Warteliste für einen Krippenplatz, 30 sind es bei den Kindergärten. Noch ist die Platzvergabe nicht abgeschlossen. „Wir bemühen uns, alle unterzubringen“, sagt Michael Maurer, im Rathaus für die Kinderbetreuung zuständig. „Aber im Krippenbereich werden wir sicher keine Volldeckung schaffen.“

Früher gab es eine Phase, in der Kindergarten- in Krippengruppen umgewandelt wurden. Doch dieser Trend hat sich sogar umgekehrt. Das geht aus einer Demografie-Studie bis zum Jahr 2021 hervor. Die Zahl der Kinder nimmt zu. Und die ersten Jahre haben gezeigt: Die Studie ist verlässlich, um den künftigen Bedarf an Kitaplätzen zu eruieren.

Der Stadtrat hat beschlossen, bis zum Jahr 2021 sieben Krippen- und vier Kindergartengruppen zusätzlich zu schaffen. Nach Verzögerungen soll im April oder Mai 2019 das Kinderhaus im Kester-Haeusler-Park eröffnen – mit drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen. Ab September 2019 dürfen Mädchen und Buben in zwei Gruppen am Hochfeld spielen und die Welt entdecken. An der Senserbergstraße wird der Kindergarten Villa Kunterbunt mit drei Gruppen neu gebaut. Dorthin ziehen die Kleinen ebenfalls im Herbst 2019 aus den Containern am Buchenauer Platz.

Die Container bleiben dann nicht ungenutzt. Hier kann die Stadt zwei weitere neue Krippengruppen übergangsweise unterbringen. Für sie wird am Buchenauer Platz ein Haus mit drei Gruppen gebaut. Um den Bedarf zu decken, benötigt die Stadt zudem zwei weitere Krippen mit zwei Gruppen. Grundstücke habe man im Blick, doch fix ist noch nichts, erklärt Maurer. Fest steht aber, dass die Stadt hier nicht als Bauherr auftreten wird. „Wir sind mit Investoren in Verhandlung.“

Werden alle Bauten rechtzeitig fertig, würden 33 Prozent der Ein- und Zweijährigen einen Krippenplatz bekommen – und der Bedarf steigt weiter. Ein Prozent pro Jahr, rechnet man. Bei Kindergärten sollte man sogar 107 Prozent an Plätzen bereit stellen – um den Zuzug mit einzurechnen. Bau und Betrieb stellen die Stadt auch finanziell vor eine Herausforderung. Und es ist nicht ganz leicht, ausreichend Personal zu finden. „Der Markt ist leergefegt“, sagt Maurer. Bislang hat es die Stadt immer geschafft, offene Stellen zu besetzen, trotz hoher Fluktuation. Aber die Auswahl sei nicht groß.

Etwas entspannter ist die Lage im Grundschulbereich. 60 Prozent der Kinder nutzen eine Nachmittagsbetreuung. Für 2022 rechnet man mit 70 Prozent. Daher wird auch hier aufgestockt. Zum gebundenen Ganztagszweig an der Schule Mitte kommen zwei weitere in der neuen Schule West, die rund 200 Mädchen und Buben nutzen können. Im Anbau an der Schule Nord werden die Hortplätze von 60 auf 100 aufgestockt. Und auch am Hort West II am Sulzbogen entstehen 50 zusätzliche Plätze. Zudem kommen am Anbau an der Philipp-Weiß-Schule 40 hinzu. Insgesamt stockt die Stadt ihre 240 Hortplätze um 130 auf. Dazu kommt noch die Mittagsbetreuung, die von Müttern und ehrenamtlichen Helfern gestemmt wird. Der Bedarf an den Mittelschulen ist variabler. Heuer könnte es in der offenen Ganztagsschule eng werden, schätzt Maurer.

Die Planung geht bis zum Jahr 2021. Daher soll im nächsten Frühjahr bereits eine neue Demografie-Studie vorliegen, die den Bedarf für die Folgejahre errechnet. Sorge, dass plötzlich ein Überangebot vorliegt, hat Maurer nicht. Und selbst wenn es die eine oder andere Gruppe zu viel gibt: „Wir würden gerne Regelplätze in integrative Plätze umwandeln. Hier steigt der Bedarf.“ (imu)

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