Zweckverband

Begieriger Blick auch nach Fursty: München will sich Grund im Umland sichern

  • Thomas Steinhardt
    VonThomas Steinhardt
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Die aus allen Nähten platzende Stadt München richtet begehrliche Blicke auf freie Grundstücke im Umland, also auch im Kreis Fürstenfeldbruck. Hier herrscht Skepsis.

Fürstenfeldbruck – Die Stadt München möchte einen oder mehrere interkommunale Zweckverbände mit dem Ziel „vorausschauender Flächensicherung“ gründen. „Damit die Kommunen und Landkreise ihren Aufgaben, insbesondere der Wohnraumschaffung, Gewerbeförderung und Infrastrukturversorgung zukünftig noch nachkommen können, muss eine kommunale Bodenbevorratung in interkommunaler Zusammenarbeit eingeführt werden“, erklärt das Kommunalreferat der Stadt München auf Nachfrage.

Ziel sei es, Flächen für die öffentliche Hand zu sichern, damit sie nicht kurzfristig auf dem freien Immobilienmarkt verwertet werden. Die anspruchsvollen Aufgaben in diesem Zusammenhang könnten die Leistungsfähigkeit einer einzelnen Kommune in der Region was Grunderwerb und Planung betrifft, überschreiten, so das Kommunalreferat weiter. Mit möglichen Partnern in der Region habe es daher Sondierungsgespräche gegeben. Interesse bestehe auch an Konversionsflächen, bestätigte das Kommunalreferat. Sprich: Auch am Brucker Fliegerhorst-Gelände, das das Militär ja verlassen soll.

Die nicht öffentlich geführten Sondierungsgespräche kamen allerdings in der Region Bruck nicht besonders gut an, wie Olchings Bürgermeister Andreas Magg (SPD) neulich im Kreistag durchblicken ließ. Er berichtete, dass die Umland-Kreise nach den Vorstellungen der Landeshauptstadt gemeinsam nur einen sehr geringen Prozentsatz (fünf!) in dem Zweckverband halten würden. „München löst seine Probleme gerne bei uns. Wir sollten da aber nicht ,Hurra’ schreien“, warnte Magg. Landrat Thomas Karmasin pflichtete ihm spontan bei – und das trotz seiner „weihnachtlich tief friedlichen“ Stimmung, wie er sagte. Karmasin: „Alleine das Angebot der Landeshauptstadt zeigt, was sie von uns hält.“

München strebt nach Mitbestimmung in den Regionen

Dieser Tage betonte der Landrat auf Nachfrage, dass er es sehr begrüße, „dass die Landeshauptstadt in den letzten Jahren die Landkreise stärker wahrnimmt“. Die Idee dieser Zweckverbände scheine ihm allerdings nicht rein caritativem Gedankengut zu entspringen. Karmasin: „München will weiterhin expandieren und strebt daher nach Mitbestimmung über Flächen im Umland.“ Umgekehrt könne er sich nicht erinnern, dass „unser Landkreis oder die Stadt Germering bei der gigantischen Bebauung von Freiham groß eingebunden gewesen wäre“, sagte Karmasin. Auch bei anderen Themen, wie etwa der Ablehnung einer Beteiligung an der neuen FOS in Germering sehe man, dass letztlich Eigeninteressen den Ausschlag geben. Karmasin: „Wenn überhaupt, dann kann ich mir eine Zusammenarbeit nur vorstellen, wenn jede Einflussnahme auf die Planung unserer Gemeinden ausgeschlossen ist.“

Auf konkrete Anteils-Zahlen unterdessen wollte weder das Landratsamt noch das Münchner Kommunalreferat eingehen, da ja bisher nur Sondierungsgespräche stattgefunden hätten, wie es hieß. Ein konkretes Modellvorhaben sei erst zu erarbeiten, so das Kommunalreferat der Stadt München, das auch betont: Das Einverständnis der Kommunen ist essentiell, da ohne sie weitergehende Planungen unmöglich sind.

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