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Auf dem Weg zum Brandort kommen die Einsatzkräfte in der zugeparkten Frankenstraße nur mit Mühe durch. 

Parkende autos versperren Feuerwehr den Weg

Bei dieser Millimeterarbeit zählen Sekunden

Ein Horrorszenario: In einem Haus brennt es und die Feuerwehr kommt nicht bis zum Einsatzort. Genau das passiert in Bruck immer wieder. Denn parkende Autos blockieren oft den Weg.

Fürstenfeldbruck – Es ist 12.30 Uhr an einem Samstag. Die Kameraden von der Feuerwehr werden alarmiert. Küchenbrand lautet der Funkspruch. Die Helfer eilen zur Wache, streifen sich ihre Einsatzkleidung über, setzen sich ins Fahrzeug und rauschen los. Doch etwa hundert Meter vor dem Haus, in dem es brennt, ist Schluss. Auf beiden Seiten der schmalen Frankenstraße parken Autos. Das Einsatzfahrzeug kommt nicht durch. „In dem Fall haben die Kollegen gut rangiert und es dann doch geschafft“, erinnert sich Stadtbrandinspektor Michael Ott. Trotzdem verlieren die Aktiven Zeit, die kostbar sein kann. Ott: „Im absoluten Notfall hätten wir die Autospiegel abfahren müssen.“

Das dürfen die Einsatzkräfte von der Feuerwehr auch, wie Michael Steer erklärt. Er ist Verkehrs-Experte bei der Brucker Polizei. „Wenn Gefahr für Leib und Leben besteht, haben die Helfer von der Feuerwehr das Recht, das Auto weg zu hieven oder es zu beschädigen.“ Ott: „Im Zweifel würden wir den Pkw aufschaukeln und sozusagen wegspringen lassen.“

Rund 370 Einsätze sind die Brucker Floriansjünger 2016 gefahren. „In bis zu fünf Prozent davon bekommen wir Probleme mit der Anfahrt“, sagt Ott. Besonders eng sei die Situation beispielsweise an der Schwaben- und der Saarstraße im Nordosten der Stadt. „Eigentlich betrifft es alle Straßen, die wenig befahren sind.“ Probleme bereiten den Einsatzkräften auch die Spielstraßen. Betroffen sind etwa der Willy-Buchauer-Ring, der Gernlindener Weg und die Buchenauer Straße. „Eigentlich darf man dort nur auf den ausgezeichneten Flächen parken, aber das wissen viele gar nicht“, sagt Stadtbrandmeister Ott. „Wenn ein Auto dann auch noch in der Kurve steht, kommen wir nicht mehr durch.“

Die Fahrzeuge der Feuerwehr und auch die Rettungswagen sind mindestens 2,50 Meter breit. Eigentlich müssen die Parker immer darauf achten, dass drei Meter Durchfahrbreite frei bleiben, erklärt Steer. „Ansonsten darf ich mein Auto dort nicht abstellen. Auch nicht für ein paar Minuten.“

Aber auch das wüssten viele nicht, sagt Ott. Er erinnert sich an eine schreckliche Situation vor einigen Jahren. An der Konrad-Adenauer-Straße hatte es gebrannt, eine Person hing am Balkon und drohte abzustürzen. „Wir kamen nicht durch, alles war zugeparkt. Das war Stress pur.“ Manchmal würden die Bürger einfach nicht nah genug an den Randstein fahren. In besagtem Fall konnten die Einsatzkräfte den von den Flammen Eingeschlossenen am Ende per Drehleiter retten. „Das hätte viel schlimmer ausgehen können.“

An der Frankenstraße, an der es unlängst zu Problemen gekommen war, hat die Stadt nun absolutes Halteverbot angeordnet, um schlimmeres zu verhindern. Das bestätigt der zuständige Rathaus-Mitarbeiter Thomas Brodschelm auf Nachfrage. Auch das Zusatz-Schild Feuerwehranfahrtszone wird montiert. „Die Anordnung sieht fast auf der kompletten nord-östlichen Seite der Frankenstraße Halteverbot vor.“ Was das für die Autofahrer heißt, erklärt Speer von der Polizei: „Wer seinen Pkw in der Feuerwehr-Zufahrt parkt, zahlt 35 Euro und kann abgeschleppt werden. Das wiederum ist nachts und sonntags teuerer als zu anderen Zeiten.“ Wird tatsächlich ein Einsatzfahrzeug behindert, werden 65 Euro Bußgeld fällig. Obendrauf gibt es einen Punkt.

Wie neue Park-Anordnungen umgesetzt werden, erklärt Thomas Brodschelm von der Stadtverwaltung: Meist melden sich Feuerwehr oder Polizei im Rathaus. „Die Verkehrsbehörde sieht sich die Situation vor Ort an, gegebenenfalls mit Polizei und Verkehrsreferenten.“ Manchmal werde auch eine Probefahrt mit einem Feuerwehrauto gemacht. „Dann wird geprüft, wie wir Abhilfe schaffen können.“ Oft wäre allerdings schon geholfen, wenn die Bürger die Regeln beachten würden. Ott: „Ich verstehe ja, dass man sein Auto möglichst nah da parken will, wo man wohnt.“ Aber er appelliert an die Brucker. „Wir müssen das Interesse am Parken mit dem Interesse an der Sicherheit vereinbaren.“

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