Neujahrsempfang

Bei Großbränden helfen Wehren zusammen

Landkreis - Ein Jahr ohne große Wetter-Kapriolen schlägt sich auch in der Einsatzbilanz der Landkreis-Feuerwehren nieder. Beim Neujahrsempfang blickte Kreisbrandrat Hubert Stefan deswegen auf durchschnittliche zwölf Monate zurück. Die Floriansjünger waren dennoch stets gefordert.

Insgesamt 3124 Einsätze leisteten die Feuerwehren aus dem Landkreis, das waren gut 600 weniger als noch in 2015. Insbesondere die Zahl der Technischen Hilfeleistungen ging stark zurück, von gut 2300 auf rund 1600 – trotzdem entfallen auf diese Kategorie nach wie vor die meisten Einsätze. Das sei eben durch ein Jahr ohne einen großen Sturm, Überschwemmungen oder sonstiges zu erklären, berichtete Kreisbrandrat Hubert Stefan.

Hubert Stefan hat beim Neujahrsempfang von einem Durchschnittsjahr 2016 gesprochen.

Doch trotzdem waren die Wehren natürlich immer wieder gefordert, bei teils anstrengenden Einsätzen, sagte Stefan vor den geladenen Gästen aus Feuerwehr, Polizei, Rettungsorganisationen und Lokalpolitik im Landratsamt. So gab es insbesondere in der ersten Jahreshälfte 2016 einige große Brände, bei denen mehrere Feuerwehren gemeinsam im Einsatz waren, um der Flammen Herr zu werden – zum Beispiel beim Brand landwirtschaftlicher Gebäude in Moorenweis und Alling. Insgesamt wurden im Vorjahr 744 Brandeinsätze gefahren. Einen großen Einsatz mit Gefahrgut gab es im vergangen Mai in Fürstenfeldbruck, dabei wurden allein 30 Chemikalien-Schutzanzüge verbraucht, so dass die Berufsfeuerwehr München mit Material aushelfen musste, sagte Stefan.

Geübt wurde natürlich ebenfalls fleißig, insgesamt 2900 Ausbildungsstunden kamen so zusammen: In Esting simulierten 350 Einsatzkräfte im November den Brand in einer S-Bahn – eine schwierige Aufgabe bei widrigen Außenbedingungen. Zum allerersten Mal konnten die Landkreis-Wehren in einem holzbefeuerten Brandübungscontainer den Ernstfall proben. Vier Tage lang übten 64 Teilnehmer, sich in dem heißen Container zu bewegen und zu löschen, erklärte der für die Fortbildung zuständige Kreisbrandinspektor Jörg Ramel. „Das werden wir sicherlich wiederholen“, sagte Ramel.

Um dieses ganze Pensum zu bewältigen, braucht es natürlich einiges an Personal. Aber das ist für die Feuerwehren im Landkreis zum Glück kein Thema. Das Problem Personalknappheit habe man im Landkreis nicht, sagte Stefan, der auf einen neuen Rekordstand an Einsatzkräften blicken kann: 2315 Aktive gibt es im gesamten Landkreis.

Das liegt auch daran, dass die Jugendlichen kontinuierlich in das Ehrenamt nachdrängen. „Wir haben Zulauf, wir können nicht klagen“, sagte Stefan. Ebenfalls stetig ansteigend: Die Zahl der Frauen in den Feuerwehren, 188 sind es (Stand: Jahresbeginn).

Landrat Thomas Karmasin dankte den Feuerwehrlern für diesen Einsatz das ganze Jahr über: „Ihr seid diejenigen, die immer zur Verfügung stehen.“

Von Fabian Dilger

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