Der BC Piccolo ist ein würdiger Preisträger: Bei der Ehrung dabei waren (v.l.) Sportbeirats-Vorsitzender Joachim Mack, Sportreferent Martin Kellerer, Piccolo-Präsident Manfred Kaltenhäuser, Boxer Barry Mamahdou, Trainer-Urgestein Wolfgang Schwamberger, Trainerin Katika Semrau und OB Erich Raff.
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Der BC Piccolo ist ein würdiger Preisträger: Bei der Ehrung dabei waren (v.l.) Sportbeirats-Vorsitzender Joachim Mack, Sportreferent Martin Kellerer, Piccolo-Präsident Manfred Kaltenhäuser, Boxer Barry Mamahdou, Trainer-Urgestein Wolfgang Schwamberger, Trainerin Katika Semrau und OB Erich Raff.

BC Piccolo

Beim Boxen spielt die Herkunft keine Rolle

  • Ingrid Zeilinger
    VonIngrid Zeilinger
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Seit Jahrzehnten kümmert sich der BC Piccolo nun schon mit großer Hingabe um Kinder aus unterschiedlichsten Nationen.

Fürstenfeldbruck – In Anerkennung von dieser Leistung standen alle Anwesenden im Kleinen Saal des Veranstaltungsforums auf, als Piccolo-Präsident Manfred Kaltenhäuser am Dienstag den Integrationspreis der Stadt entgegen nahm. Da es heuer keine Sportlerehrung gibt, fand die Ehrung im Rahmen einer Stadtratssitzung statt. Vorgeschlagen hatte den BC Piccolo der Sportbeiratsvorsitzende Joachim Mack. Denn wie kaum ein anderer Verein in Deutschland hat sich der Boxclub das Thema Integration auf die Fahnen geschrieben. „Herkunft und sozialer Status spielen keine Rolle“, sagte Sportreferent Martin Kellerer (CSU) in seiner Laudatio. 60 Prozent der Mitglieder hätten einen Migrationshintergrund. Unerreicht seien die 47 vom Verein ausgerichteten Integrations-Medaillen-Boxturniere. Auch OB Erich Raff würdigte die Arbeit des Vereins.

Gegründet wurde der BC Piccolo 1946 am Fliegerhorst, erinnerte Kaltenhäuser. Die Boxer der US-Army hätten sich der Brucker Sportjugend angenommen. Edi Wörlsinger und Ehrenmitglied Hans Albertshofer gehörten zu den ersten erfolgreichen Boxern. Während andere Vereine im Landkreis untergingen, wuchs der BC Piccolo. Flüchtlingskinder waren jederzeit willkommen, ab den 1960er-Jahren auch die Kinder der Gastarbeiter und ab 1990 Zuwanderer aus den ehemaligen Ostblockstaaten.

Auch Asylbewerber führt der Weg regelmäßig in die Boxhalle. Kaltenhäuser verwies auf Barry Mamahdou, der 2015 zum Verein kam, inzwischen seinen Schulabschluss hat und im Josefstift als Altenpfleger arbeitet. „Die, die wir zwei bis drei Jahre da haben, die werden auch was“, sagte Kaltenhäuser. Nach Corona gebe es wieder viele Anmeldungen von Asylbewerbern. Denn sie wüssten, dass man beim Boxen Aggressionen kanalisieren und abbauen könne.

Den mit 1000 Euro dotierten Preis sieht Kaltenhäuser als Anerkennung für das jahrzehntelange Engagement – im Jugendsport in Deutschland einzigartig, wie er ausführte. Mit Katinka Semrau, der erfolgreichsten Piccolo-Boxerin und Europameisterin, ist eine Nachfolgerin für Trainer-Urgestein Wolfgang Schwamberger gefunden.

So kann der Verein nächstes Jahr sein 75-jähriges Bestehen feiern und optimistisch in die Zukunft blicken. „Wir hoffen auf den Rückhalt des Stadtrats, wenn es irgendwann mal um eine Hallenfrage geht“, sagte Kaltenhäuser. Ihm selbst wurde in der Sitzung für seine großen Verdienste die Bürgermedaille verliehen (Bericht folgt).  imu

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