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SPD-Bundestagskandidat Michael Schrodi begrüßt die Besucher zum Public Viewing im Pier 80 kurz vor Beginn des TV Duells. Für ihn ist natürlich Martin Schulz der Gewinner des Abends.

TV-Duell 

Beim Public Viewing gewinnt Martin Schulz

Das TV-Duell zwischen Martin Schulz und Angela Merkel sahen Millionen Menschen. Der SPD aus Fürstenfeldbruck lud zum Public Viewing. Und am Ende war die Hütte voll.

Unter den Gästen sind viele Sozialdemokraten, aber auch Menschen, die sich einfach für Politik interessieren. Auch einige Erstwähler sind gekommen. Ein junger Mann ist so begeistert von Schulz, dass er den Jusos beitritt,

Fürstenfeldbruck – Es war das TV-Event des Jahres und das einzige direkte Aufeinandertreffen von Angela Merkel und Martin Schulz. Gleich vier TV-Sender übertrugen das Duell aus Berlin live. Im Pier 80 wurde in einem separaten Veranstaltungsraum ein großer Fernseher aufgebaut, um die Gäste zum Public Viewing zu empfangen. SPD-Bundestagskandidat Michael Schrodi lud ein und viele Parteikollegen und Politikinteressierte kamen. Sogar ein junger Erstwähler von der Jungen Union fand mit seinen Freunden den Weg ins politische Feindesland.

Auch das Ehepaar Rolf und Margit Henkel aus Grafrath wollte nicht allein zu Hause vor dem Fernseher sitzen. Ihre Einschätzung der Kontrahenten vor der Übertragung war klar definiert: „Angela Merkel wird sehr routiniert auftreten und Martin Schulz eher zurückhaltend. Aber ich hoffe trotzdem, dass es aufschlussreich sein wird und die beiden Spitzenkandidaten klare Antworten geben“, sagte Rolf Henkel. Auf die Frage, welches Thema für sie am Wichtigsten in der folgenden Diskussion ist, antwortete Margit Henkel: „Ich hoffe, sie sprechen den Wohnungsmangel und den geringen sozialen Wohnungsbau an. Das ist ein Thema, dass uns auch hier im Landkreis betrifft.“

Das Duell lief ruhig, ab und zu wurde für die Statements von Schulz applaudiert

Zuerst begrüßte Martin Eberl von der Eichenauer SPD die Gäste mit einigen amüsanten Sprüchen, wie: „Wir werden sehen was der Abend bringt, außer den sicheren Wahlerfolg.“ Anschließend kam Schrodi etwas verspätet aus Dachau an. Er hatte dort ein ähnliches Event auf die Beine gestellt. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Schulz klar zeigen wird, warum man die SPD wählen sollte und was die wichtigsten Unterschiede zwischen seiner Partei und der Union sind.

Das Duell selbst lief weitgehend ruhig ab. Gelegentlich wurde für die Statements von Schulz applaudiert. Vor allem seine klare Haltung zur Türkei und seine Einstellung zum amerikanischen Präsidenten Trump fanden einhellige Zustimmung. Großes Gelächter gab es, als Martin Schulz Bayern als das schwärzeste aller Bundesländer bezeichnete. Ab und zu klatschen ein paar Anwesende bei den Aussagen der Kanzlerin, vor allem der JUler. Mehr Beifall erntete Schulz in der Ja-Nein-Antwortphase und auch sein Schlusswort feierte man.

Für Schrodi war der Kanzlerkandidat der SPD klar der Gewinner des Abends. Er fand gut, „dass Martin Schulz mit dem Florett und nicht mit dem Säbel gekämpft hat“. Auch die jungen Erstwähler konnte Schulz überzeugen. Franz Hoffmann war so begeistert, dass er sich sogar für die Jusos einschrieb. „Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, doch der heutige Abend hat mich nun bestärkt den Jusos beizutreten“, sagte er. Sein Freund von der Jungen Union gestand, dass für ihn das Duell 50:50 ausgegangen war.

Das Fazit des Ehepaars Henkel aus Grafrath: „Die Innenpolitik kam uns zu kurz, aber uns gefiel, dass auch diesmal Angela Merkel eine klare Position zur Türkei vertreten hat“, sagte Rolf Henkel. Doch im Allgemeinen verlief das TV-Duell für die beiden zu freundlich und Martin Schulz konnte sich nicht so stark profilieren, wie sie gehofft hatten. Dennoch bleibt er für sie die bessere Wahl.

von Tom Eldersch

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