Serie: Teams und ihre künstlernamen

Belastende Kreuzritter zu den Akten gelegt

Beim EV Fürstenfeldbruck ist es nicht so einfach, die Entstehungsgeschichte des einstigen Domain-Namens „Crusaders“ zurückzuverfolgen. Den hatte sich der Eislaufverein kurz nach der Jahrtausendwende zu- und 2008 wieder abgelegt.

Fürstenfeldbruck –  In der Vereinschronik steht nichts über diese kurze Epoche. Da muss schon ein Ex-Spieler wie Hannes Cmarits aushelfen, der sich an die Namensentstehung vor 17 Jahren noch erinnert. „Wir hatten damals einen Namen gesucht, weil es alle Vereine so gemacht haben.“ Vorgeschwebt ist den Bruckern ursprünglich „Black Knights“ (Schwarze Ritter). „Irgendwie sollte ein Bezug zum Sponsor des Vereins, der Schlossbrauerei Kaltenberg, abzuleiten sein. Doch warum sollten wir uns Black Knights nennen, wo wir doch rote Trikots trugen? Red Knights gefiel uns nicht.“

Über das Album „Crusa-der“ der englischen Heavy-Metal-Band „Saxon“ aus dem Jahr 1984 kamen die Eishackler dann auf den scheinbar passenden Phantasie-Namen. Florian Fischer kreierte das Logo, sein Mitspieler Thomas Obermeier entwarf das Trikot. Dass der Name übersetzt Kreuzritter bedeutet – ein aufgrund der Geschichte eher belastender Name –, daran dachten die Crusaders-Schöpfer damals nicht.

Die Augen wurden den EVF-Mitgliedern vom damaligen BBV-Stadtrat Klaus Zieglmeier bei einer Jahreshauptversammlung geöffnet. Der Vordenker mit Bundeswehr-Vergangenheit klärte auf, dass der Name genau auf das Gegenteil dessen abziele, worauf der christliche Glaube gründe: Gewalt statt Nächstenliebe. Und dass er besonders mit Blick auf die Eishockey-Kinder mit Schaudern daran denke, wenn in der Zeitung steht: „Die kleinen Kreuzritter haben gewonnen“.  dm

ENDE DER SERIE

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