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Bei der Schreinerinnung am Stand: (v.l.) Korbinian Ettmüller, Benedikt Schlemmer, Alexander Brix, Gabriele Kiener und Johann Schlemmer.

Attraktive Ausbildungsplätze

Berufsinfomarkt in Fürstenfeldbruck: So locken Unternehmen Azubis an

Viele Betriebe bieten attraktive Ausbildungsplätze an. Allerdings fehlen Lehrlinge – und Stellen bleiben unbesetzt. Der Fürstenfeldbrucker Berufsinfomarkt zeigt, wie die Arbeitgeber Jugendliche anlocken wollen.

Fürstenfeldbruck – Bereits zum 40. Mal fand am gestrigen Sonntag der Berufsinfomarkt im Verwaltungszentrum der Sparkasse statt. Auch zum Jubiläum waren wieder über 40 Aussteller vertreten, die den jungen Besuchern über 100 Ausbildungsberufe näherbringen wollten. Und für viele war die Messe eine echte Chance, ihr Unternehmen zu präsentieren, um neue Azubis zu finden – kämpfen doch gerade Handwerksberufe mit der fehlenden Zahl an Lehrlingen.

Viele Aussteller versuchen, dem negativen Trend entgegenzuwirken, indem sie ihre Ausbildungsplätze möglichst attraktiv gestalten. „Die Lehre muss Spaß machen“, bringt es Gisela Held von der Friseurinnung auf den Punkt. „Wir veranstalten immer öfter Wettbewerbe unter den Azubis“, berichtet die 59-Jährige. Man wolle die Ausbildung mit Leben füllen, den Austausch unter den Lehrlingen garantieren und die Kreativität fördern. Weiterhin ist zu beobachten, dass die Vergütungen im Friseurwesen kontinuierlich steigen. Man kämpfe für eine gerechte Bezahlung, versichert Held. Zusätzlich will man dies mit besonders guten Aufstiegschancen wie etwa dem Besuch der Meisterschule aufwerten.

Severine Zacherl (l.) und Gisela Held waren für die Friseurinnung auf dem Infotag. „Wer Friseur wird, lernt einen sehr kreativen Beruf“, erzählen die beiden.

Genauso attraktiv bleiben will auch die Zimmererinnung. „Wir sind zwar nicht so arg von fehlenden Lehrlingen betroffen wie Bäcker oder Schreiner, aber auch wir sind dahinter, immer neue Jugendliche zu begeistern“, versichert Johann Schlemmer. Laut dem Schreiner schafften es die Betriebe mit recht hohen Gehältern bereits im ersten Lehrjahr, Azubis anzulocken. Wie bei vielen anderen Berufen ist auch hier ein Praktikum oft der Schlüssel zur Ausbildung. Schlemmer erzählt, dass die meisten gleich derartig begeistert seien, dass sie eine Lehre beginnen würden. Kollegin Gabriele Kiener pflichtet bei: „Wir wollen durch Praktika für jeden die Tür weit öffnen.“

Auch Arbeiterwohlfahrt hat Angebot verbessert

Auch die Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Landkreis hat begonnen, ihr Ausbildungsangebot den Verhältnissen anzupassen. Diana Russek vom Kindergarten Pusteblume erzählt, dass man mit der Erzieherausbildung „OptiPrax“ das Angebot verbessert habe. „Die Ausbildungszeit wurde auf vier Jahre gesenkt“, erklärt die 41-Jährige: „Praxis und Theorie sollen Hand in Hand gehen.“ Die AWO verspricht ihren Auszubildenden Verlässlichkeit, was Gehalt, Urlaub und Weiterbildung anbelangt. „Jeder Träger innerhalb unseres Verbandes garantiert Fortbildungschancen“, versichert Russek. Und für Interessierte hält die AWO Schnupperpraktika bereit und kann mit einer großen Vielfalt an Berufen aufwarten.

Diana Russek lockt mit dem großen Angebot der AWO an ihren Tisch.

Bei den Banken hat sich die Situation bezüglich der Azubis inzwischen wieder verbessert, da das Vertrauen zurückgekehrt sei, erzählen Mitarbeiterinnen von Sparkasse und Volksbank. „Uns liegen die Auszubildenden sehr am Herzen“, erklärt Tanja Tessarczyk von der Sparkasse. Fotos der Lehrlinge innerhalb des Internetauftritts der Bank zeigten, dass diese zum Team gehören. Betriebsausflüge würden das Gemeinschaftsgefühl zusätzlich stärken. Auch die hohen Zahlen an Übernahmen nach der Ausbildung sollen Schulabgänger anlocken.

Bankerinnen unter sich: (v.l.) Tanja Tessarczyk und Nadine Kern (Sparkasse) sowie Lara Wieland und Stefanie Wagner (Volksbank) waren auf dem Infotag vertreten

Ähnlich sieht es bei der VR-Bank aus. Lara Wieland sagt, Azubis hätten beinahe eine Übernahmegarantie. „Unsere Gehälter sind in den vergangenen Jahren immer gestiegen“, sagt die 23-Jährige, deren Ausbildung selbst noch nicht allzu lange zurückliegt. Durch Sonderzahlungen könnte man sein Gehalt sehr schnell in die Höhe schrauben. Und ein ganz großes Plus sieht die Bankkauffrau im Tarifvertrag der Bank: „Jedes Jahr stehen uns 35 Tage Urlaub zu.“

Matthias Kast

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