Andrea Reuß will ihren Schülern einenweiteren Ausbildungsweganbieten. foto: tb

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Berufsschule eröffnet neuen Weg zum Abi

Am Gymnasium, an der Fachober- und Berufsoberschule kann man inzwischen sein Abitur machen. Nun bietet auch die Berufsschule Fürstenfeldbruck einen Weg zum Fachabitur an. Im September soll die erste Klasse starten, ein Infoabend ist am 22. Februar geplant. Schulleiterin Andrea Reuß erklärt, was hinter der sogenannten Berufsschule Plus steckt.

-Frau Reuß, was hat es mit dem Berufs-Abitur auf sich?

Die Berufsschule Plus ist ein Projekt des Kultusministeriums. Es gibt es schon an einigen Berufsschulen. Gleichzeitig mit der dualen Ausbildung bereiten wir die Schüler auf die Fachhochschulreife vor. Sie machen ihr Fachabitur neben der Ausbildung im Betrieb und dem Unterricht.

-Warum gibt es die Berufsschule Plus nun auch in Fürstenfeldbruck?

Wir haben uns letztes Jahr dafür entschieden, weil es zu unserem Schulprofil passt. Es ist eine zusätzliche Möglichkeit auch für unsere Betriebe, besonders leistungsstarke Schüler zu gewinnen und zu fördern. Aber eines ist klar: Es ist kein Programm für alle Schüler.

-Wie funktioniert die zusätzliche Ausbildung?

Der Schüler absolviert die duale Ausbildung. Das heißt, er ist vier Tage im Betrieb und einen Tag an der Berufsschule. Dazu kommen zwei Abende mit je drei Stunden Unterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Naturwissenschaften und Gesellschaftswissenschaften. Und das drei Jahre lang.

-Welche Voraussetzungen müssen die Schüler mitbringen?

Sie brauchen die Mittlere Reife und einen Ausbildungsvertrag, der im September beginnt. Die Berufsschule Plus richtet sich an Azubis, die leistungsstark sind und ein hohes Durchhaltevermögen besitzen. Denn parallel zum normalen Berufsschul-Stoff müssen sie auch die anderen Fächer für das Fachabitur lernen und der Unterricht findet drei Jahre lang am Abend statt.

-Unter welchen Voraussetzungen können Sie starten?

Wir brauchen mindestens 16 Schüler für eine Klasse. Wir haben Berufe mit einem hohen Mittlere-Reife-Anteil, wie die IT-Berufe, Bankkaufleute, Steuerfachangestellte, Industriekaufleute und Kaufleute im Groß- und Außenhandel sowie die Elektroniker. Wir können Azubis aller Berufe mischen, da ja alle Schüler im Endeffekt das Gleiche fürs Fachabitur lernen müssen. Unser Einzugsgebiet ist groß, im Raum München gibt es bis auf Starnberg keine Berufsschule, die das Konzept anbietet. Und wir dürfen auch Azubis aus anderen Berufsschulen, die das Konzept nicht anbieten, zum Zusatz- unterricht aufnehmen.

-Wie sind die bisherigen Erfahrungen mit dem Berufs-Abitur?

In anderen Schulen fangen meist 20 bis 25 Interessenten an. Die Drop-Out-Quote ist relativ hoch, gerade im ersten Jahr brechen viele ab. Danach bleiben die meisten dabei.

-Welche Möglichkeiten haben die Absolventen der Berufsschule Plus?

Sie haben die gleichen Möglichkeiten wie Absolventen der Fachoberschulen, haben aber bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung und damit wirklich super Berufsperspektiven. Über die Berufsoberschule können sie auch noch ein Jahr draufsatteln und das allgemeine Abitur machen.

Ein Infoabend

zur Berufsschule Plus für interessierte Schüler und Betriebe findet am Donnerstag, 22. Februar, um 18.30 Uhr im Sparkassensaal, Hauptstraße 8, statt. Für das Berufsschulabitur anmelden kann man sich bis zum 21. September. Die Unterlagen und weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.bs-ffb.de.

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