Nach Angebot und Reparatur wieder betriebsbereit: Dieses Plakat hängt im Ergeschoss an der Aufzugtüre. 

Im Brucker Westen

Betreutes Wohnen eine Woche ohne Aufzug

Ärger im Betreuten Wohnen im Westen: Seit einer Woche ist der Aufzug defekt. Die Reparaturarbeiten ziehen sich – und viele Senioren können nicht raus. Die Angestellten des benachbarten Altenheims gehen für sie einkaufen.

Fürstenfeldbruck – Nicht zum ersten Mal streikt der Aufzug im Betreuten Wohnen im Brucker Westen – dort, wo er eigentlich am wichtigsten ist. Zwar gibt es in dem 2011 errichteten Gebäude mit 44 Wohnungen ein Treppenhaus. Doch viele Bewohner brauchen einen Rollator oder sitzen im Rollstuhl. Sie sind auf den Lift angewiesen, um das Haus zu verlassen oder in die Tiefgarage zu ihren Autos zu kommen.

„Seit einer Woche ist der Fahrstuhl defekt, und keiner fühlt sich zuständig“, schimpft eine Angehörige. Ihr Vater (84) lebt in der Einrichtung, im ersten Stock. Er kann nun nicht mehr raus aus dem Haus. „Er kann keine Treppen steigen.“ Was sie besonders ärgert: Niemand habe die Bewohner über den Umstand informiert, einzig der Hausmeister habe einen Aushang gemacht – im Erdgeschoss. Und der Aufzug sei schon öfter für mehrere Tage außer Betrieb gewesen.

Frustrierend sei die Situation für die Bewohner, sagt Jürgen Stegmann, Leiter des benachbarten Seniorenwohnens unter der Trägerschaft der Sozialservice Gesellschaft des Roten Kreuzes. Als er von dem Vorfall hörte, ging er von Wohnung zu Wohnung, um zu sehen, wie es den Senioren geht. Alle seien wohlauf. „Sie müssen nun Geduld bewahren.“ Stegmann organisierte, dass die Apotheke die nötigen Medikamente nun ins Haus liefert. „Und wir gehen auf Wunsch am Freitag, Montag und Mittwoch für sie einkaufen.“ Seit dem Angebot klingelt im Seniorenheim immer wieder das Telefon: Angehörige oder Bewohner geben ihre Einkaufszettel durch, bestellen etwas ab oder dazu. Für Stegmann ist die Hilfe selbstverständlich. „Wir sind ja Nachbarn.“

Mehr könne die Sozialservice Gesellschaft jedoch nicht für die Bewohner tun – man habe keine rechtliche Befugnis. Der telefonische Kontakt bleibt aber bestehen. „Und sie sind durch die Familien und Ehepartner gut betreut.“ Auch das BRK in Bruck sei informiert, falls doch ein Bewohner erkranke oder dringend aus dem Haus gebracht werden müsse.

Die Angehörige eines Bewohners hat sich an den Objektbetreuer der Hausverwaltung gewandt. „Er erzählte, die Reparatur würde 8500 Euro kosten.“ Und man müsse sich noch mit allen Eigentümern abstimmen und Ersatzteile bestellen. Das Problem: In ihrer Satzung hat die Gemeinschaft vereinbart, bei Reparaturen ab einer gewissen Summe drei Angebote einzuholen, berichtet Stegmann. „Es soll aber diese Woche noch über die Bühne gehen.“

Von der Hausverwaltung war niemand zu einer Stellungnahme bereit. Das sei Sache zwischen der Hausverwaltung und der Eigentümergemeinschaft. (imu)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bau des neuen Altenheims verzögert sich
Der Baubeginn des Altenheims Don Bosco wird sich aufgrund unerwarteter Kostensteigerungen um mindestens ein Jahr verzögern. Der Neubau muss einer neuen und notwendigen …
Bau des neuen Altenheims verzögert sich
Mittelstettens Bürger entscheiden über Gewerbegebiet
Mittelstetten ist die einzige Gemeinde im Landkreis ohne ausgewiesenes Gewerbegebiet. Ob das so bleibt, darüber entscheiden die Mittelstettener in einem Bürgerentscheid …
Mittelstettens Bürger entscheiden über Gewerbegebiet
Fakten und Argumente: Das Wichtigste zum Geothermie-Entscheid
Die Puchheimer können am Sonntag darüber abstimmen, ob in der Stadt eine Geothermie-Anlage errichtet werden soll. Da bereits im Vorfeld jede Menge Widerstand aus der …
Fakten und Argumente: Das Wichtigste zum Geothermie-Entscheid
Isabell aus Biburg
Das erste gemeinsame Kind von Ramona Udud und Georg Kopp kam jetzt im Brucker Kreisklinikum zur Welt. Isabell wog bei der Geburt 2800 Gramm und war 49 Zentimeter groß. …
Isabell aus Biburg

Kommentare