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Simulierter Ernstfall: Rettungskräfte befreien die Opfer-Schauspieler. 

Feuerwehr klärt auf

Betrunken hinterm Steuer - Das kann alles passieren

Fürstenfeldbruck - Trinken und Fahren sind nicht miteinander vereinbar. Autoerprobte sollten dies wissen, Anfänger hingegen stoßen auf vollkommen neues Terrain. Im Viscardi-Gymnasium gab’s deshalb eine spektakuläre Aufklärungsaktion.

Feiern gehen, Freunde treffen, auch mal Alkohol trinken: All das gehört für Jugendliche im Alter von 17 und 18 Jahren dazu. Daher ist die Gefahr groß, dass sich die jungen Erwachsenen in ihrem Leichtsinn noch ins Auto setzen. Was dabei passieren kann, wurde den Schülern dann aber eindrucksvoll von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und den Maltesern eindrucksvoll dargestellt. Anhand eines simulierten Unfalls, bei dem zwei feierwütige Jugendliche in ihrem Pkw mit einem kleinen Radlader kollidierten, wurde den Schülern hautnah demonstriert, welch schwerwiegende Verletzungen man davontragen kann.

Die Elftklässler sahen, wie zwei ihrer Mitschülerinnen blutüberströmt – natürlich nur geschminkt – von der Feuerwehr gerettet wurden. Während eines der Mädchen bereits nach kurzer Zeit mit dem Rettungswagen abtransportiert werden konnte, zog sich die Bergung des zweiten länger hin. Die Feuerwehr musste mit der Schere das Dach abnehmen, da die Schülerin und gleichzeitig Fahrerin eingeklemmt war.

„Es war leicht, sich in das Ganze hineinzuversetzen, da der Unfall extrem realistisch aufgebaut war“, meint Lena Sammüller, eine der vier Elftklässlerinnen, die bei dem Szenario mitwirkten. Sie und ihre Freundin Hannah Bierwirth hatten den Part, die Unfallopfer zu entdecken. Die 18-Jährige sagt: „Große Anerkennung gilt den Helfern.“

Initiiert wurde das Projekt vom Landratsamt, denn „wir sind die Schnittstelle zwischen Schulen und Helfern“, erklärt Andrea Kriegner. Natürlich steht und fällt das Projekt mit den Ehrenamtlichen, denen man so wenig Aufwand als möglich machen wollte. Diese Art der Suchtprävention ist ein neuer Ansatz: „Wir wollten den Schülern nicht mit dem erhobenen Zeigefinger kommen, sondern haben versucht auf Emotionalität zu setzen“, berichtet Kriegner. Videos und Erfahrungsberichte von Helfern hätten die Schüler zum Nachdenken gebracht, erklärt die Mitarbeiterin des Landratsamts.

Den Schülern sollte bewusst werden, man darf ruhig einmal etwas trinken, aber dann fährt man auch nicht mehr Auto. „Denn schließlich kann das jeden betreffen, ob ich mir selbst oder anderen Schaden zufüge“, so die 41-jährige Kriegner.

Irmin Kolb, der verantwortliche Lehrer der Projekttage, ist sich sicher, dass „die Schüler eine Nacht zum Grübeln mitnehmen werden“. Derart ruhig, betroffen und konzentriert hätte man Elftklässler selten erlebt, fügt die Schulpädagogin Dagmar Feldel hinzu. „In den Köpfen der Schüler hat es gerattert“, zeigt sich die 48-Jährige zufrieden.

Wenngleich der Aufwand einer Unfallsimulation immens und die Koordination der verschiedenen Ehrenamtlichen viel Aufwand ist, so waren sich alle Beteiligten sicher: „Es hat auf jeden Fall etwas gebracht.“ Während die Helfer gleichzeitig hofften, „dass dadurch unsere Einsatzzahlen sinken“.

von Matthias Kast

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