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Gericht

Betrunken in den Fliegerhorst eingedrungen

Wegen Hausfriedensbruchs und des Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen wurde ein 43-Jähriger aus dem westlichen Landkreis am Brucker Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe von fünf Monaten verurteilt.

Fürstenfeldbruck –  Der Mann war in einer Mainacht dieses Jahres unerlaubterweise in den Fliegerhorst eingedrungen. Er hatte dabei auch Sicherheitsleute beleidigt und „Sieg Heil“ gerufen.

Der 43-Jährige selber erinnerte sich quasi nicht an den Vorfall, er war in der Mainacht völlig betrunken. Drogen, illegale und legale, haben den Mann im Laufe seines Lebens immer wieder vor einen Richter gebracht. Bereits mit 19 Jahren hatte er auf einer Anklagebank Platz nehmen müssen, weil er sich mit mehr Alkohol im Blut als erlaubt hinter das Steuer eines Autos gesetzt hatte. Beim Alkohol war es aber nicht geblieben, jahrelang hatte er auch harte Drogen wie Kokain konsumiert, was ihm mehrere Bewährungsstrafen eingebracht hatte.

Mit den harten Drogen ist zwar seit Jahren Schluss. Doch der Alkohol macht ihm immer wieder zu schaffen, vor einem Jahr war er völlig betrunken im Brucker Kreiskrankenhaus aufgetaucht, war in einen Raum eingedrungen, in dem gerade eine Patientin behandelt wurde und hatte einen Pfleger beleidigt. Zwar war er anschließend trocken. Doch in der Nacht vom 31. Mai hatte er erneut zu tief in die Flasche geschaut. Völlig betrunken tauchte er in dieser Nacht am Fliegerhorst auf. Er betrat das militärische Gelände trotz Verbots, schlüpfte unter der heruntergelassenen Schranke hindurch, beleidigte das Sicherheitspersonal und rief laut und deutlich „Sieg Heil“, als er das Gelände wieder verlassen musste.

„Er war jenseits von Gut und Böse“, erinnerte sich einer der Sicherheitsleute, der im Prozess vor dem Amtsgericht aussagte. „Er war nicht mehr berechenbar“. Doch seine Reaktionen funktionierten noch. Als ein Kollege des Sicherheitsmannes in Begleitung eines Hundes auftauchte, warf er sich sofort zu Boden. Der 43-Jährige sagte, er wisse so gut wie nichts mehr von der Nacht, er hatte so viel getrunken, dass er „einen Filmriss“ hatte, lautete seine Erklärung dazu. Er wusste nur noch, dass einer der dazu gerufenen Polizisten ihn beruhigt hatte und, dass er am Morgen danach nicht in seinem Bett, sondern auf einer Parkbank wieder erwacht war.

Dass er das Gelände des Fliegerhorstes trotz Verbots betreten und Sicherheitsmänner beleidigt hatte, räumte er trotzdem unumwunden ein. „Ich schäme mich für die Sache“, betonte er immer wieder und entschuldigte sich für die Beleidigungen, die er ausgestoßen hatte. Doch eines wies er weit von sich, nämlich ein Rechtsradikaler zu sein, wie sein „Sieg Heil“-Ruf vermuten ließ. Eine Beteuerung, die Richter und Staatsanwalt überzeugte. Beide erklärten abschließend, diese Worte habe er wohl nicht als rechte Propaganda, sondern als Provokation ausgestoßen.

Der Staatsanwalt beantragte den bereits mehrfach vorbestraften arbeitslosen und derzeit kranken Fliesenleger für sieben Monate hinter Gitter zu schicken. Der Richter beließ es aber bei einer Bewährungsstrafe. Die Bewährungszeit legte er aber auf vier Jahre fest, und ordnete an, dass der 43-Jährige 200 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten muss.  sus

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