Asyl am Fliegerhorst

Bilder von friedlichem Fest per Handy in die Heimat geschickt

Fürstenfeldbruck – Bereits zum dritten Mal feierten in der Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Fliegerhorst Asylbewerber Weihnachten. Rund 600 Flüchtlinge genossen die Abwechslung, die ihnen der bunte Abend im ehemaligen Unteroffizierheim bei Blasmusik, flotten Rhythmen, Punsch und Lebkuchen bot.

Umrahmt von zwei Dolmetschern – alle Ansprachen wurden ins Englische, Französische und in afghanische Sprache übersetzt – hieß der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) die Asylbewerber willkommen und bedankte sich bei allen haupt- und ehrenamtlichen Helfern, die sich das ganze Jahr über für die Flüchtlinge einsetzen. Dafür spendeten die Asylbewerber gleich mehrmals Applaus – jeder nach der Übersetzung, die er verstanden hatte.

Nach den Reden gab’s erstmal „Culture Music from Bavaria“, sprich Heimatklänge und Weihnachtslieder der Kapelle Hattenhofer Blech. Im Anschluss sorgten Antoine Noah, die Trommelgruppe Diappo und The Deadful Greats mit Frontfrau Alegria Mannhardt für ausgelassene Stimmung. Die Musiker hatten das richtige Gespür für ihr Publikum. Im großen Saal zückten die Flüchtlinge die Handys und filmten begeistert. So gelangte der eine oder andere Gruß, ein Foto von einem friedlichen Fest in geborgener Umgebung, in die Heimat zu den zurückgelassenen Familien.

Zuvor hatte auch der Integrationsbeauftragte der Stadt Fürstenfeldbruck, Willi Dräxler, die Anwesenden begrüßt. „Sie sind in ein christlich geprägtes Land gekommen. Weihnachten, das Fest der Liebe, ist eines unserer größten Feste.“ Dräxler äußerte den Wunsch nach einem guten Zusammenfinden und Zusammenleben der Neuankömmlinge in der neuen Heimat. Monsignore Rainer Boeck (Flüchtlingsbeauftragter der Diözese) hatte in seiner Rede an die Vertreibungen nach dem zweiten Weltkrieg erinnert. „Auch meine Mutter musste fliehen, sie hoffte auf freundliche Aufnahme und bayerische Blasmusik.“ Damals sei es schwierig gewesen, mancher habe zuerst in einem Keller gehaust. Hier und heute wolle man gemeinsam feiern, denn die Mentalität habe sich verändert: „Sie haben sogar Rückendeckung von ganz Oben, von Papst Franziskus“, betonte Boeck gegenüber den Flüchtlingen. (akk)

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