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Kreis-Projekt

Bisher acht Patenschaften: Wohnen für Hilfe geht weiter

  • Thomas Steinhardt
    VonThomas Steinhardt
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Von einem durchschlagenden Erfolg kann man bisher kaum sprechen, trotzdem will die Kreispolitik daran festhalten: Das Projekt Wohnen für Hilfe soll fortgesetzt werden.

Fürstenfeldbruck –  Seit April 2017 versucht das Landratsamt, generationenübergreifende Wohnpartnerschaften zwischen Senioren und jüngeren Menschen zu vermitteln. Die Idee: Wer freien Wohnraum hat, stellt ihn zur Verfügung und erhält im Gegenzug Hilfe im Alltag. Pro Quadratmeter Wohnfläche soll der junge Mensch eine Stunde Hilfe im Monat leisten, so die Faustregel. Die Nebenkosten werden über eine monatliche Pauschale abgerechnet.

Insgesamt zählte die Vermittlungsstelle im Landratsamt seit ihrer Einführung im Jahr 2017 genau 117 Wohnraumanfragen. Dem gegenüber standen 45 Senioren, die Interesse bekundeten, einen jungen Menschen bei sich aufzunehmen. Zu 14 Wohnpartnerschaften kam es wirklich, von denen im Moment (Stand Anfang Dezember 2018) aber nur acht übrig sind.

Das Modell als solches sei ja wünschenswert, kommentierte Peter Falk (SPD) im Kreisausschuss, wo der Zwischenbericht vorgestellt wurde. Angesichts der Anschubfinanzierung von 40 000 Euro aber koste jede Partnerschaft 5000 Euro, was schon sehr viel sei.

Jürgen Weise vom Sozialbau-Referat indes gab zu bedenken, dass sich das Projekt noch in der Anfangsphase befinde. Man habe festgestellt, dass viele Studenten lieber in München wohnen – gerade der Westkreis sei für Studenten wenig attraktiv. Daher wolle man sich bemühen, vor allem Azubis ins Blickfeld zu bekommen.

Die vermittelten Partnerschaften seien schon ein Erfolg, sagte Weise. Im Nachbarlandkreis Landsberg sei beispielsweise nur eine einzige vermittelt worden.

Zudem habe die Stelle in den ersten Monaten erst einmal Strukturen aufbauen müssen, heißt es in einem Papier des zuständigen Referats, das auf die Knappheit an bezahlbarem Wohnraum verweist. Außerdem könne das Projekt dazu beitragen, dass Senioren möglichst lange zu Hause wohnen können. Im Landratsamt will man das Projekt durch Öffentlichkeitsarbeit nun mehr bekannt machen. Die Erfahrung anderer zeige, dass es meist Jahre dauere, bis die Idee wirklich verankert sei. Gerade bei Senioren müsse viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Als notwendig erwiesen habe sich die kontinuierliche Begleitung der Partnerschaften via Telefonkontakt oder Hausbesuch.

Die 40 000 Euro für den Anschub (Halbtagsstelle) hatte der Freistaat übernommen. Diese Förderung läuft Ende März aber aus. Man habe keine euphorisch stimmende Zahlen erwarten dürfen, kommentierte Hans Seidl (CSU). Trotzdem sei es sinnvoll, mit dem Projekt weiter zu machen. st

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