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Maisachs Bürgermeister Hans Seidl (l.), BMW-Vertreter Harald Grebenc und Brucks OB Erich Raff (r.)

Nachnutzung Fliegerhorst

BMW und Bruck planen auf Fursty gemeinsam

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BMW und die Stadt Fürstenfeldbruck sind sich endlich einig. Zusammen mit der Gemeinde Maisach haben sie nach langem Ringen in einem städtebaulichen Vertrag ihre jeweiligen Interessen auf dem Fliegerhorst abgesichert.

Das steht im Vertrag:

Der genaue Inhalt ist geheim. Doch wesentlich seien die Lärmkontingente, sagte Harald Grebenc, BMW-Bereichsleiter für Immobilien, bei der Vertragsunterzeichnung am Donnerstag in der BMW Driving Academy in Maisach. Das heißt, BMW verpflichtet sich dazu, dass an rund 20 festgelegten Punkten auf Brucker Flur bestimmte Lärmpegel nicht überschritten werden. Im Gegenzug sichert die Stadt Fürstenfeldbruck zu, bei der Bauleitplanung für seine Gebiete auf dem Fliegerhorst Entwicklungsmöglichkeiten für BMW vorzusehen. Man will sich laufend abstimmen. Die Gemeinde Maisach sagt in dem Vertrag zu, die Vereinbarung zwischen Bruck und BMW nicht durch Einwendungen gegen die Bauleitplanung zu torpedieren. „Wir wollen damit auch den interkommunalen Gedanken bei der weiteren Entwicklung des Standorts unterstreichen“, sagte Maisachs Bürgermeister Hans Seidl.

Das plant BMW:

Der Autobauer bietet derzeit in seiner Driving Academy Fahrtraining für Kunden an. Auch Polizisten und Sicherheitspersonal, das gepanzerte Fahrzeuge bewegt, übt dort. In Zukunft will BMW dort auch Fahrtrainings für Teilautonomes Fahren anbieten. Ebenfalls im Gespräch ist ein Tagungszentrum südlich der Driving Academy. Wird dieses entsprechend gebaut, schirmt es nach Süden gegen Lärm ab. Dadurch könnte BMW seine Aktivitäten auf der Teststrecke auf dem ehemaligen Flugfeld unter Umständen noch ausweiten, ohne die jetzt garantierten Lärmpegel zu überschreiten.

Die Brucker Pläne:

Mit den vertraglichen Zusagen von BMW kann die Stadt nun südlich der Driving Academy ein neues Quartier entwickeln, in dem auch Wohnen möglich ist, selbst wenn BMW es sich anders überlegt und das lärmabschirmende Tagungszentrum doch nicht baut - ohne das Gebäude müsste BMW ruhiger sein als mit. Die Erarbeitung eines Bebauungsplans ist vom Stadtrat bereits beschlossen.

So geht es jetzt weiter:

Nach der Einigung treibt Bruck nun die Bauleitplanung voran, um ein fertiges Konzept zu haben, sobald die Bundeswehr ganz abzieht. Das soll 2023 geschehen. Erst soll Gewerbe angesiedelt werden, um mit den Arbeitnehmern auch gleich mögliche Interessenten für Wohnungen zu haben. Auch Versorgungseinrichtungen wie Supermärkte soll es von Beginn an geben, damit das Quartier auch funktioniert, solange der übrige Fliegerhorst noch nicht entwickelt ist.

BMW will am liebsten mit den Baggern anrollen, sobald der letzte Soldat den Fliegerhorst verlassen hat. Verhandelt werden muss aber auch mit dem Bund, dem nach wie vor sämtliche militärischen und zivilen Flächen auf dem Fliegerhorst gehören. 

Kommentar: 

Dass jetzt endlich ein Vertrag zwischen der Stadt Fürstenfeldbruck und BMW unterzeichnet ist, ist ein Meilenstein. Damit ist nach einer langen Zeit der Unsicherheit ein Rahmen abgesteckt für die Entwicklung des Areals nach dem Abzug der Bundeswehr. Jetzt kann die Stadt ihre Wohnbauplanungen vorantreiben, BMW hat sich den Standort gesichert, und die Gemeinde Maisach behält wie gewünscht die Driving Academy. Verlierer gibt es keine. Nur Gewinner. Ein Kompromiss ist so ein Vertrag freilich immer. Aber in diesem Fall ist es ein guter Kompromiss. (Helga Zagermann)

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