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Großeinsatz in der Schöngeisinger Straße: Ein Mehrfamilienhaus musste evakuiert werden. 

Nach Feuer in Bruck

Brandstiftung wird als Mordversuch gewertet

Es war ein spektakulärer Einsatz für die Feuerwehr. In der Nacht zum 15. Oktober 2016 brannte ein Mehrfamilienhaus mitten in Fürstenfeldbruck. Im Eingang war Feuer gelegt worden. Seit gestern steht der mutmaßliche Brandstifter (37) vor Gericht – wegen versuchten Mordes.

München/Fürstenfeldbruck – Salwan M. bestreitet die Tat, zum Prozessauftakt äußerte sich der deutschsprachige Iraker auf Anraten seiner Verteidiger nicht.Die Brandstiftung hatte 20 Menschen in Lebensgefahr gebracht. Darunter die Freundin des Angeklagten, die an diesem Abend nach acht Jahren die Beziehung beendet hatte, und deren vermeintlichen Liebhaber sowie vier Kinder von sieben bis 13 Jahren.

Salwan M. war an dem Abend erbost gewesen über die Trennung. Als seine Freundin ihn aufforderte, die Wohnung zu verlassen, blieb er. Der Streit eskalierte. M. drohte der Freundin, deren Tochter und Oma den „Kopf runterzuschneiden“. Die Frau holte schließlich die Polizei. Die Beamten erteilten dem 37-Jährigen gegen 22:15 Uhr einen Platzverweis. Er kam trotzdem wieder zurück.

Seine Verflossene quälte ihn nämlich mit bitterbösen Sprachnachrichten, in denen sie behauptete, gerade mit mehreren Männern gleichzeitig Sex zu haben, und drohte, Sohn und Mutter des Angeklagten anzuzünden. Dermaßen in Rage gebracht, soll der 37-Jährige schließlich eine brennbare Flüssigkeit im Eingangsbereich des Hauses verteilt und angezündet haben.

Die Bewohner konnten das Haus nur über ein Fenster im Erdgeschoss verlassen. Im Schlafanzug standen sie hustend und mit vom Ruß geschwärzten Gesichtern vor dem Haus. Die Polizisten, die als erste den Tatort erreichten, bekämpften den Brand mit Pulverlöschern. Mehrere Bewohner mussten wegen Rauchvergiftungen ins Krankenhaus. Einer erlitt heftige Brandblasen an der Hand, als er versuchte, an die heiße Eingangstür zu greifen. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. (wal)

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