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Mit einer Uniform ist die Sicherheitswacht klar zu erkennen. Die Bürger sollen das Sicherheitsgefühl in Brennpunkten erhöhen. Die Streifen ersetzen aber keineswegs die Polizisten.

Polizei regt Gründung einer Sicherheitswacht an

Braucht Bruck Bürger als Hilfs-Sheriffs?

Ob im Stadtpark, im Westen oder im Hölzl: An gewissen Plätzen fühlen sich Bürger unwohl. Um die Sicherheit zu erhöhen, schlägt die Polizei die Einführung einer Sicherheitswacht vor. Die Stadträte denken über die Bürger in Uniform nach.

Fürstenfeldbruck – Die Sicherheitswacht gibt es in Bayern seit dem Jahr 2000. Ausgebildete Bürger in Uniform sollen an Brennpunkten das Sicherheitsgefühl erhöhen. Sie sind keine Bürger-Polizei, wie Walter Müller, Leiter der Brucker Inspektion, betont. „Aber sie sind eine wandelnde Notrufsäule für die Bürger.“ Denn die Sicherheitswacht darf bei Streitigkeiten eingreifen, Personalien feststellen, jemanden festhalten, den sie auf frischer Tat ertappt, und die Polizei rufen.

Eine steigende Kriminalitätsrate in Bruck ist nicht der Grund, warum das Thema jetzt im Hauptausschuss vorgestellt wurde. Vielmehr steckt eine Offensive des bayerischen Innenministeriums dahinter. Derzeit sind in Bayern 800 bis 900 Bürger engagiert, es sollen mehr werden. Daher wollte Müller von den Stadträten wissen, ob sie Interesse an der Einführung der Sicherheitswacht haben. Als Beispiel nannte er die Stadt Kaufbeuren, in der es neben einem kommunalen Sicherheitsdienst auch die Bürger in Uniform gibt – mit guten Erfahrungen. In Moosburg dagegen war das Projekt nach zwei Jahren beendet.

Keine Sicherheitswacht an der Asyl-Unterkunft am Fliegerhorst

Für Bruck wären zehn Personen angemessen, schätzt Müller. Bewerben kann sich jeder zwischen 18 und 62 Jahren. Die Interessenten durchlaufen ein Auswahl- und Ausbildungsverfahren bei der Polizei. Nach bestandener Prüfung werden sie mit einer Uniform, Taschenlampe, Trillerpfeife und Pfefferspray für den Eigenschutz ausgestattet. Sie gehen zu zweit auf Streife, etwa 15 bis 20 Stunden im Monat. Die Polizei bezahlt acht Euro pro Stunde.

Die Sicherheitswacht ist keine Bürger-Polizei, betonte Müller. „Es sind engagierte Bürger, die präventiv arbeiten und für mehr Sicherheit sorgen.“ An Orten wie der Asyl-Unterkunft am Fliegerhorst würden sie nicht eingesetzt, eher an Brennpunkten wie dem Stadtpark, dem Hölzl oder in der Buchenau.

Andreas Lohde (CSU) berichtete, dass seine Fraktion schon über einen kommunalen Sicherheitsdienst nachgedacht habe, den Gedanken aber auch aus Kostengründen wieder verworfen habe. „Es kann nicht sein, dass Bürger bestimmte Gebiete meiden, weil sie sich nicht sicher fühlen.“ Er wollte wissen, ob die Sicherheitswacht die gleichen Befugnisse wie der kommunale Sicherheitsdienst hat. Müller erklärte, dass der Bürger in Uniform nur Jedermannsrechte ausübt. Die kommunalen Sicherheitsleute könnten auch das Hausrecht ausüben, sprich einen Platzverweis erteilen.

Bis in die 1960er-Jahre hatte Fürstenfeldbruck eine Stadtpolizei

Eichenau hat die Sicherheitswacht bereits abgelehnt und Alling wehrt sich ebenfalls dagegen. Skeptisch ist auch dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne): „Wir haben keinen Einfluss, wo die Leute eingesetzt sind, sie unterstehen der Polizei.“ Man könne aber die Streifenpläne weiterreichen und sich mit dem Ordnungsamt absprechen, betonte Müller.

Klaus Quinten (BBV) und Walter Schwarz (SPD) kritisierten, dass das Thema unter den Punkt „Verschiedenes“ behandelt wurde. Es sei nur als Information gedacht, entgegnete OB Erich Raff (CSU). Klaus Wollenberg (FDP) erinnerte daran, dass Bruck bis in die 1960er-Jahre eine Stadtpolizei hatte. Man stehe dem Thema positiv gegenüber. Die Politiker kamen überein, das Thema demnächst noch einmal mit Sachvortrag zu behandeln und zu entscheiden.

von Ingrid Zeilinger

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