+
Das rote Hochzeitskleid zieht viele Blicke auf sich. Doch der Trend liegt weiter bei weißen und elfenbeinfarbigen Brautkleidern, weiß Messe-Organisator Manfred Jech. 

Messe in Fürstenfeld

Brautpaare holen sich Anregungen für ihre Traumhochzeit

  • schließen

„Ja, ich will“ – bevor sie diese drei Worte aussprechen, haben Hochzeitspaare meist monatelange Vorbereitungen hinter sich.

Fürstenfeldbruck –  Wer noch am Anfang der Planungen steht, konnte sich bei der Hochzeitsmesse in der Tenne des Veranstaltungsforums reichlich Anregungen holen für den schönsten Tag im Leben.

„Glücksmomente“, so der Titel der Messe, versprachen rund 50 Aussteller, darunter Anbieter von Brautmode, Caterer, Juweliere, Bands, Konditoren und alle, die sonst noch zum Gelingen des schönsten Tages im Leben beitragen können. Das Großaufgebot hatte seinen Grund. Laut Organisator Manfred Jech sind kleine, bescheidene Feiern eher out. „Es wird grundsätzlich größer geheiratet“, so der Olchinger. Die Hochzeit soll ein Event sein, und 100 Gäste sind schnell beisammen.

Der Gang über die zwei Stockwerke der Tenne machte deutlich: Neu erfinden kann – und muss – man das Thema Hochzeit nicht. Brautkleider bleiben weiß, auch wenn nicht Schnee- sondern Elfenbeinfarbe im Trend liegt. Ein einzelnes rotes Modell zwischen vielen hellen Prinzessinnen- und Meerjungfrau-Roben zog zwar bewundernde Blicke auf sich, doch generell ist ein farbiges Brautkleid „in der Normalgesellschaft“ nicht so gefragt, war am Stand des Brautateliers von Hanna Jech zu erfahren.

Nebenan hofft Iris Biehl auf Kunden, die zwei linke Hände haben oder das zumindest von sich glauben. „Das sind mir die liebsten“, sagt die Goldschmiedemeisterin aus Germering. Sie bietet Paaren die Möglichkeit, ihre Trauringe selbst zu schmieden. Und wer keine hohe Meinung von seinen handwerklichen Fähigkeiten hat, hält sich dabei besonders genau an die Anweisungen der Fachfrau.

Karin Brandl und Peter Müller aus Bruck staunen derweil über die mehrstöckigen Hochzeitstorten und lassen sich den Flyer eines Caterers in die Hand drücken, der „garantiert ohne Convenienceprodukte und Zusatzstoffe“ kocht. Doch das Ehepaar in spe winkt ab. „Wir organisieren das Hochzeitsessen privat mit Freunden.“ Auf der Messe will sich Karin Brandl vor allem nach einem Hochzeitsdirndl umsehen. „Heiraten in Tracht war schon immer mein Traun.“

Vier, fünf Hochzeiten im Jahr besuchen Vlasta Scholl und Gabi Kiener. „Und wir stehen hier, damit es mehr werden“, erzählen die beiden schmunzelnd. Sie gehören zu den 22 Mitgliedern des Emmeringer Gospelchors „Spirit of Voice“, der mit Gesangseinlagen bei Trauungen auftritt. „Wir singen in der Kirche, im Standesamt, im Freien – egal wo.“

Egal wo, das gilt auch für die „Trau-Frau“ Tina Tascharge. Sie ist Theologin, aber keine Pfarrerin und vollzieht „freie Trauungen mit und ohne Gott“. Meist ist sie im Umkreis von 200 Kilometern rund um München im Einsatz. „Aber ich habe Paare auch schon in der Toskana, am Gardasee und in Kroatien getraut.“ Lange Vorbereitungsgespräche – wenn’s sein muss auch per Telefon oder Skype – helfen ihr dabei, „den Ton der Paare zu treffen – das ist mir das Wichtigste“. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Studentin erklärt, wie falscher Arzt sie zu lebensgefährlichem Erlebnis verleitete - absurde Details
Ein Mann muss sich in München vor Gericht verantworten. Er hatte sich als Arzt ausgegeben und Frauen dazu gebracht, sich lebensgefährliche Stromstöße zuzufügen.
Studentin erklärt, wie falscher Arzt sie zu lebensgefährlichem Erlebnis verleitete - absurde Details
Vergessene Orte im Landkreis Fürstenfeldbruck: Das dramatische Ende der Kresshütte
Die Geschichte über die Kresshütte beginnt mit ihrem Ende. Und das hat sich Franz Greif für immer ins Gedächtnis gebrannt.
Vergessene Orte im Landkreis Fürstenfeldbruck: Das dramatische Ende der Kresshütte
Rechtsexperten warnt: Kirchenaustritt hat gravierende Folgen für Katholiken
Diese Zahlen sind alarmierend: 216 000 Katholiken sind im vergangenen Jahr in Deutschland aus der Kirche ausgetreten, knapp 29 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Diese …
Rechtsexperten warnt: Kirchenaustritt hat gravierende Folgen für Katholiken
Kult-Wirtschaft macht dicht - Betreiber-Ehepaar von Kosten überrollt: „Ganzes Herzblut hineingesteckt“
Die Steiners und ihre Holledau: Sie waren eine Institution in Germering. Fast vier Jahrzehnte bewirtete das Ehepaar seine Gäste an der Friedenstraße. Doch jetzt ist …
Kult-Wirtschaft macht dicht - Betreiber-Ehepaar von Kosten überrollt: „Ganzes Herzblut hineingesteckt“

Kommentare