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Theater vor ungewohnt wenig Zuschauern (v.l.): Petra Engelhardt, Anja Dürr und Tamara Figl 

Bruck/Biburg

Brettl-Premiere: Situationskomik in schweren Theater-Tagen

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Was für ein ungewohnter Anblick: Das Brucker Brettl spielt ein neues Stück und im Publikum sind viele Plätze leer. Offenbar haben gerade Ältere vernünftigerweise auf einen Besuch in der Brettl-Scheune verzichtet. 

Fürstenfeldbruck/Biburg – Das anwesende vornehmlich jüngere Publikum aber hatte großen Spaß am „Quadrat-Ratschn-SchBtrucklamassl“. Für alle, die es verpasst oder coronabedingt nun keine Gelegenheit zum Theaterbesuch mehr haben, hier der Premieren-Bericht.

Die Bühne beim Steffelwirt in Biburg präsentiert sich diesmal als Hinterhof mit Häuserfassaden, Aschentonne, Gartentisch und ein paar Stühlen. Hier treffen sich die Nachbarinnen Frau Gugl (Petra Engelhardt) und Frau Hupf (Anja Dürr) gar zu gern zum täglichen Plausch bei Kaffee und, natürlich, Guglhupf. Die Hausmeisterin und die Friseurin sind zwei Ratschn, wie sie im Buche stehen. Und durchzuhecheln gibt es genug, etwa die Beerdigungen, die Frau Gugl hobbymäßig besucht oder die lustigen Witwen, die sich bei Frau Hupf im Salon verschönern lassen.

Da bleibt die zarte Romanze zwischen dem neuen Hausbewohner Theobald Hecht (Stefan Ernst) und der jungen Nachbarin Gisela Graubrot (Tamara Figl) fast unbemerkt. Als eine Mieterhöhung ins Haus steht, droht allen Bewohnern finanzielles Ungemach. Da verfallen die Damen Gugl und Hupf auf eine Geschäftsidee: Partnervermittlung unter der Trockenhaube soll die knappen Kassen aufbessern. Dass da viel schiefgeht, versteht sich. Und dass sich zuletzt doch ein paar verliebte Paare finden, auch.

Der Dreiakter ist ein Schwank im besten Sinne, den das routinierte Brettl-Personal unter der Regie von Monika Märk da auf die Bretter bringt. In der kleinen überschaubaren Welt sind alle Irrungen und Wirrungen lösbar und am Ende alle glücklich.

Aus der Masse ähnlicher Stücke hebt sich die Brettl-Aufführung durch viel Situationskomik, rasantes Tempo und witzige Einfälle ab. Da gibt es Oma Wiese, eine Figur, die zu hören, aber nie zu sehen ist. Oder die Vorliebe der Gisela Graubrot für eben jene Farbe und all ihre herrlichen Schattierungen, von Mausgrau bis Beton-Anthrazit – Loriot lässt grüßen. Oder Anleihen aus der 1970er-Jahre-Werbung – der Pollunder ist nicht neu, sondern „mit Perwoll gewaschen“.

Hinzu kommen die Spielfreude der Darsteller und die heimelige Atmosphäre in der Brettl-Scheune in Biburg, die ähnlich viel Geborgenheit vermittelt wie der Hinterhof auf der Bühne. Den begeisterten Schlussapplaus hatte sich das Brettl-Ensemble mehr als verdient. 

Abgesagt

wurden mittlerweile die geplanten weiteren Vorstellungen vom 20. März bis 24. April.

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