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Brot wird teurer: Bäcker bangen um ihren Umsatz - Angebot bald eingeschränkt?

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Von: Lisa Fischer

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Ihre Kunden kaufen bewusster ein. Sabine und Maximilian Hünsche von der gleichnamigen Bäckerei in Puchheim spüren den Rückgang beim Umsatz.
Ihre Kunden kaufen bewusster ein. Sabine und Maximilian Hünsche von der gleichnamigen Bäckerei in Puchheim spüren den Rückgang beim Umsatz. © weber

In vielen Bäckereien müssen Kunden für Semmeln und Brezen mehr bezahlen als bisher. Einige zieht es daher zum Discounter. Andere greifen zur günstigeren weißen Semmel anstatt zum Mehrkornbrot.

Landkreis – Die Preise für Strom und Gas steigen immer weiter. Auch Rohstoffe wie Mehl und Saaten sind teurer geworden. Viele Bäckereien im Landkreis mussten deshalb ihre Preise für Semmeln, Brezen und anderes Gebäck anheben. „Wir sind um eine Preiserhöhung nicht rumgekommen“, sagt Werner Nau, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei und Innungs-Obermeister der Bäcker im Landkreis Fürstenfeldbruck. Die Folge: „Man verspürt jetzt schon eine leichte Tendenz, dass gespart wird“, sagt Nau. Viele Kunden bleiben weg. Die Umsätze in den Bäckereien gingen runter.

Preise für Strom und Gas steigen: Brot wird teurer - Wandern Kunden zum Discounter ab?

Meistens seien es die spontanen Käufer, die jetzt nicht mehr in der Back-Filiale auftauchen, beobachtet Nau. „Wie zum Beispiel Arbeiter, die sich in der Mittagspause sonst immer schnell was bei uns geholt haben“, erklärt der Innungs-Obermeister. „Diese Kunden bleiben weg und holen sich ihre Semmeln günstiger.“ Wo genau die Kunden hingehen, ob sie zum Discounter abwandern und dort günstigeres Gebäck kaufen oder ob einfach nur viel weniger gekauft wird, sei laut dem Bäckerei-Chef schwierig zu sagen.

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Aber auch das Kauf-Verhalten derer, die in die Filialen kommen, habe sich verändert. „Man merkt schon, dass vermehrt zu weißen Semmeln gegriffen wird und dafür weniger zu Mehrkornsemmeln“, sagt Nau. Brote mit Saaten, wie Mohn, Kürbis- oder Sonnenblumenkerne, sind wegen ihrer Inhaltsstoffe teurer als die normalen Kaisersemmeln. „Der Preis für Kürbiskerne zum Beispiel ist ziemlich gestiegen“, berichtet Nau. „Die Produktion ist für uns fast nicht mehr umsetzbar, weil es nicht bezahlbar ist.“ Man überlege schon, weniger Mehrkornsemmeln zu backen. Froh sei er deshalb über Stammkunden, die weiterhin die Bäcker vor Ort aufsuchen.

Preise beim Bäcker steigen: Produktion von Kürbiskernsemmeln „fast nicht mehr umsetzbar“

In Puchheim spürt auch Maximilian Hünsche von der gleichnamigen Bäckerei und Konditorei einen leichten Rückgang beim Umsatz. „Es ist ein bisschen weniger los. Es liegt denke ich daran, dass die Leute bewusster einkaufen und vorher überlegen, was sie brauchen“, erklärt Hünsche. Das habe er in seinem Laden in der Puchheimer Lagerstraße beobachtet.

Dennoch würden sich Kunden, vor allem Stammkunden, immer wieder etwas gönnen. „Wenn jemand eine bestimmte Körnersemmel liebt, dann kauft er auch weiterhin Körnersemmeln“, sagt der Bäcker.

Verzicht oder großartige Veränderungen unter den Käufern sieht Josef Drexler, der mit seinem Sohn Ulrich Drexler die Bäckerei mit Sitz in Jesenwang führt, nicht. „Die Leute kaufen das, was sie wollen“, sagt der Bäckerei-Chef.

Bäcker fürchten um ihren Umsatz - und haben auch Personalmangel

Das sei vor allem im Corona-Lockdown der Fall gewesen, meint Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer. „Da waren viele daheim und es gab abends zum Beispiel Brotzeit. So wurden die lokalen Bäckereien natürlich unterstützt und diese haben profitiert.“ Das müsse man jetzt auch beibehalten.

Dass Kunden abwandern, könne aber auch von einem Problem befeuert werden, das den Betrieben Sorgen bereitet, weiß Höfelsauer. „In den Bäckereien herrscht Personalmangel im Verkauf“, sagt Höfelsauer. Der ein oder andere Bäcker habe schon einen Tag geschlossen. „Das wirkt sich natürlich auch auf den Umsatz aus.“ Kunden, die an diesem Tag nicht zu ihrem Bäcker können, gingen zu einem anderen. „Und damit steigt das Risiko, dass sie dort dann bleiben“, sagt der Kreishandwerkschef.

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