Am Westrand der Stadt

Bruck ist offen für Herrschings Arena-Pläne

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Die Herrschinger Volleyballer möchten am Westrand der Stadt Fürstenfeldbruck zwischen B 471 und Rothschwaiger Straße eine Multifunktions-Arena bauen. Das könnte die Hallenprobleme  lösen.

Fürstenfeldbruck– Seit über einem Jahr laufen die Gespräche zwischen der Stadt und der GCDW home of volleyball GmbH. Den Kontakt hat OB Erich Raff geknüpft – nachdem klar war, dass das Sportzentrum III für den TSV West an der Cerveteristraße aus finanziellen Gründen ohne Mehrfachhalle gebaut werden muss. Der damalige Sportbeirats-Vorsitzende und TuS-Präsident Herbert Thoma habe ihm den Tipp gegeben, mit den Herrschingern zu sprechen, berichtete Raff im Hauptausschuss. Denn der „Geilste Club der Welt“, wie sich die Volleyballer nennen, sucht nach Grund für eine bundesliga-taugliche Halle und will mit einem Investor bauen. Und die Stadt hat Interesse an einer für ihre Vereine. Denn die Hallenkapazitäten reichen nicht mehr aus.

Laut Marketing-Manager André Bugl trainiert die Bundesliga-Mannschaft zweimal am Tag, die übrigen Teams bleiben in Herrsching. Dazu kommen maximal 30 Heimspiele. Man brauche die Traglufthalle, um weiter Bundesliga-Volleyball anbieten zu können. „Die ortsansässigen Vereine müssen die Halle mit nutzen.“ In welchem Umfang, ist noch unklar. Und auch eine kommerzielle Nutzung ist nötig, damit sich die Traglufthalle rechnet.

Alle Nutzer der Halle würden Miete bezahlen

Fritz Frömming, Geschäftsführer der Bundesliga-Volleyballer, kündigte am Mittwoch an, eine Gesellschaft gründen zu wollen. Alle Nutzer – auch die Herrschinger – würden Miete zahlen. Für ihn ist Bruck ein hervorragender Standort: „Das Einzugsgebiet ist groß und München nicht weit weg. Man erreicht uns dann schnell – zum Beispiel von Landsberg oder Augsburg aus.“ Frömming erwartet statt der maximal 1000 Besucher in der Herrschinger Nikolaushalle deutlich mehr Zuschauer. In der geplanten Multifunktionsarena soll es 2500 bis 3000 Plätze geben.

Ein Nutznießer könnten die TuS-Handballer sein, die derzeit in der Wittelsbacher Halle spielen. „Wir sind in losem Kontakt zu den Handballern“, berichtete Bugl. „Hier bietet sich eine Chance, sich weiter zu entwickeln“, meinte Walter Schwarz (SPD). Das Grundstück zwischen Cerveteristraße und B 471 gehört nicht der Stadt. Schon mehrfach wollten sich dort Gewerbebetriebe ansiedeln, doch es scheiterte immer an den Eigentümern. FW-Stadtrat Georg Stockinger, dessen Schwester einer der Grundbesitzer ist, verhandelte jetzt mit den Eigentümern über die Hallenpläne – und die sind gesprächsbereit. Auf einer Fläche von 14 216 Quadratmetern könne auf rund 3500 Quadratmetern die Multifunktionsarena mit 500 bis 700 Parkplätzen gebaut werden. Auch ein Boardinghouse ist vorstellbar. Weitere 22 896 Quadratmeter zwischen der Halle und dem Sportzentrum III möchten die Eigentümer für Gewerbe vermarkten.

18 von 28 Sportvereinen äußerten ihr Interesse

„Ich sehe es als große Chance, eine Sporthalle außerhalb der schulischen Nutzung zu bekommen“, sagte Raff. Der TuS könne sich vorstellen, sich einzubringen. 18 von 28 Sportvereinen hätten Interesse. Die Arena könnte auch für Konzerte genutzt werden. – etwa für Künstler, denen das Veranstaltungsforum zu klein ist.

Bei den Stadträten stieß das Ansinnen der Herrschinger Volleyballer auf Wohlwollen. „Wir könnten uns finanziell entlasten und eine weitere Halle für die Sportvereine zur Verfügung stellen“, sagte CSU-Fraktionschef Andreas Lohde. „Der Standort liegt günstig am Stadtrand“, meinte Willi Dräxler (BBV). Er regte an, mit dem potenziellen Investor auch über eine Eishalle zu sprechen. Es gebe Synergieeffekte, da auch die Stadtwerke an die Cerveteristraße gezogen seien.

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Der Stadtrat beschloss einmütig, die Pläne für die Arena und Gewerbeansiedlung zu unterstützen. Am Mittwoch berät der Planungsausschuss über dieses Thema. Klar ist aber auch: Man steht ganz am Anfang. Denn nun muss in weiteren Gesprächen ausgelotet werden, wie eine Zusammenarbeit funktionieren kann. Auch Pläne und ein Finanzierungskonzept für die Arena und ein Bebauungsplan fehlen. Schwarz bemängelte das Vorgehen. Im Gegensatz zur Standortsuche für die Eishalle habe man hier noch kein Verkehrsgutachten und keine Bodenuntersuchungen. Auch der Sportbeirat soll in die Planung eingebunden werden. Das sei bisher nicht geschehen, kritisierte Beiratsvorsitzender Joachim Mack.

Kommentar: Es wäre eine große Chance

Bruck bietet sich eine große Chance:Es hat kein Geld für eine Mehrfachturnhalle. Nun kommt ein Investor und stellt der Stadt sogar eine Arena ans westliche Einfallstor. Die Hallennot wäre zumindest gelindert, es könnten größere Konzerte stattfinden – und neben Bundesliga-Volleyball in Zukunft vielleicht auch BundesligaHandball. Das alles klingt ganz wunderbar. 

Die Herrschinger brauchen die Halle, und die Brucker brauchen sie auch. Aber ist das zur Zufriedenheit aller umsetzbar? Das müssen nun die Verhandlungen zeigen. Alle Beteiligten sollten offen an die Sache herangehen und kompromissbereit. Sonst zerplatzt die große Chance wie eine Seifenblase.

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