+
Lindner

Nach dem Jamaica-Abbruch

Bruck rätselt: Wie geht es in Berlin weiter?

Es war ein Paukenschlag: Der Abbruch der Jamaika-Verhandlungen. Im Kreis Bruck beherrschte die Sorge um die politische Zukunft Deutschlands gestern ebenfalls Gedanken und Gespräche. Die Kreis-FDP steht hinter der Entscheidung ihrer Parteispitze.

Fürstenfeldbruck/Berlin –  Der gescheiterte liberale Bundestagskandidat und mögliche Landtagskandidat der FDP, Andreas Schwarzer, verteidigt die Entscheidung seiner Partei, die Koalition platzen zu lassen. „Jetzt wird der FDP der Beelzebub zugeschoben“, sagt er. Zum Vorwurf, die FDP stehle sich aus der Verantwortung und denke lediglich an sich selbst, sagt er: „Und wenn wir regieren würden, hieße es: Denen geht es nur um die Posten.“ Dass es zu Neuwahlen kommt, glaubt Schwarzer nicht. Das Scheitern der Gespräche sei für Kanzlerin Angela Merkel die zweite Niederlage nach der Bundestagswahl. Er gehe davon aus, dass die CDU daraus personelle Konsequenzen ziehen werde.

Auch der Brucker FDP-Stadtrat Klaus Wollenberg steht hinter der Linie seines Bundesvorsitzenden Lindner. Aus eigener Erfahrung in Stadtrat oder Kreistag wisse er: „Es gibt Leute, mit denen kann man einfach nicht.“ Wollenberg glaubt, dass insgeheim alle Beteiligten froh seien, nicht miteinander regieren zu müssen. Er selbst kann sich eine Minderheitsregierung vorstellen. Allerdings sei die Frage, wer dann den Kanzlerhut aufhabe. „Merkel ist nicht der Typ dafür.“

Der Eichenauer Bürgermeister Peter Münster (FDP) sieht den Schwarzen Peter ebenfalls nicht bei den Liberalen. „Die erste, die sich aus der Verantwortung gestohlen hat, war die SPD“, sagt er. „Die haben sich einer Koalition verweigert, die sie jahrelang mitgetragen haben.“

Auch die Wahlkreisabgeordnete Katrin Staffler (CSU) sieht jetzt vor allem die SPD in der Pflicht. „Die Sozialdemokraten sollten noch einmal in sich gehen.“ Man habe eine gemeinsame Verantwortung für das Land. Davor könnten sich die Genossen nicht einfach drücken. Neuwahlen will Staffler auf jeden Fall vermeiden.

Und was sagt die SPD? „Ich glaube, dass das letzte Wort bezüglich Jamaika noch nicht gesprochen ist“, meint der Bundestagsabgeordnete Michael Schrodi. Der Ball liege immer noch bei den Sondierern. FDP und Grüne hätten immer geschrien, dass sie es besser könnten. Jetzt hätten sie die Chance gehabt, und herausgekommen sei nichts. Müsste die SPD also doch eine Große Koalition neu überdenken? Man müsse nun in Ruhe analysieren und dann schauen, wie es weitergeht, so Schrodi.

Erst einmal gelassen bleiben und durchatmen – dazu rät die wiedergewählte Grünen-Abgeordnete Beate Walter-Rosenheimer aus Germering am Mittag vor der Fraktionssitzung ihrer Partei in Berlin. Der Abbruch der Sondierungsgespräche sei ein schlimmer Schlag von der FDP und sehr ärgerlich. „Es nervt mich schon, wie die sich rausgezogen haben.“ Jedoch habe auch die CSU blockiert. Die wichtigste Frage sei nun, ob Neuwahlen für Deutschland gut wären.

st/es/rat/tog

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Biker ist sauer: Strafzettel-Posse um geparktes Motorrad
Der Eichenauer Josef Hoffmann ist leidenschaftlicher Motorradfahrer. Vor Kurzem hat er in Landsberg einen Strafzettel bekommen, hinter dem sich eine wahre …
Biker ist sauer: Strafzettel-Posse um geparktes Motorrad
Weg frei fürs Bolzen auf dem Schulsportplatz
Die Öffnung des Schulsportplatzes zum Bolzplatz hat nun letzte formale Hürden genommen. Lärmschutz- und haftungsrechtliche Belange stehen einer zusätzlichen Nutzung …
Weg frei fürs Bolzen auf dem Schulsportplatz
Wirt und Volksbühne richten Saal her
Die Olchinger Volksbühne hat gute Nachrichten zu verkünden: 
Wirt und Volksbühne richten Saal her
Hier finden Handwerker immer Rat
Ein eigenes Unternehmen zu gründen und zu führen, ist für die meisten eine große Herausforderung. Unterstützung bietet Robert Hiebl, Betriebsberater der Handwerkskammer …
Hier finden Handwerker immer Rat

Kommentare