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Weniger Durchgangsverkehr, weniger Lärm: Tempo-30-Zonen haben laut Experten viele Vorteile. 

Verkehr 

Bruck wird zur Tempo-30-Stadt

Viele Brucker haben es vielleicht kaum bemerkt, doch die Stadt setzt zurzeit fleißig Tempo 30-Zonen in Wohngebieten um. Das Tagblatt listet sie alle auf. Das Verkehrsforum fordert gleichwohl weitere Radfahrstreifen nach dem Vorbild Hauptstraße.

Fürstenfeldbruck – Bereits drei 30er-Zonen wurden im vergangenen Jahr errichtet. Fünf weitere sind für heuer geplant. Die Grundlage dafür hatte im Mai 2015 der Verkehrsausschuss gelegt: Dort wurde beschlossen, in allen Wohnvierteln, in denen es möglich ist, die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde zu begrenzen. Dafür – aber auch für andere Verkehrsthemen – wurde extra eine neue Stelle im Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung geschaffen.

Für den ehemaligen Verkehrsreferenten Axel Lämmle (SPD) ist die Einrichtung der 30er-Zonen eine gute Sache. Letztlich sei das nur die offizielle Festsetzung von sowieso bestehenden Fakten, meint er: „Wer kann denn schon in Wohngebieten schneller als Tempo 30 fahren?“ Wichtig ist für ihn, dass damit eine gewisse Einheitlichkeit im Stadtgebiet geschaffen wird. Abseits der großen Straßen wisse man nun als Autofahrer, dass in den Wohnquartieren Tempo 30 Pflicht ist. Lämmle glaubt, dass die Brucker das akzeptieren. Schließlich werde in fast jeder Bürgerversammlung über zu schnelle Autofahrer geschimpft, sagt er.

Für das Verkehrsforum Fürstenfeldbruck ist die Umsetzung der 30er-Zonen natürlich ebenfalls ein lang gehegter Wunsch, wie Sprecher Thomas Brückner sagt. Allerdings sei in dieser Sache erst mit Amtsantritt von Klaus Pleil (BBV) einiges vorangegangen. Die Argumente für Tempo 30 sind für Brückner dieselben wie für Lämmle: Der Durchgangsverkehr werde ferngehalten, die Schleichwege durch Wohnviertel würden reduziert, die durchgängige Rechts-vor-Links-Regelung fördere ein langsameres Fahren und damit weniger Lärm. „Außerdem geht es um die Einheitlichkeit“, betont auch Brückner.

Das Verkehrsforum griff erst Anfang des Jahres ein anderes Verkehrs-Lieblingsthema auf: Eigene Radfahrstreifen auf den Brucker Straßen. Den Streifen auf der Hauptstraße sieht man als Präzedenzfall, dass eine solche Markierung klappt. „Das kann man natürlich auf andere Straßen übertragen“, sagte Brückner. Er sieht zum Beispiel bei der Richard-Higgins-Straße im Westen Bedarf. Dort könne man beidseitige Radstreifen markieren, meint er.

Durch die optische Abtrennung werden die Radfahrer besser geschützt, dies steigere damit automatisch die Attraktivität des Fahrrads im Stadtverkehr. Außerdem gebe es Untersuchungen, dass dadurch auch der motorisierte Verkehr um fünf Kilometer pro Stunde langsamer fließe, sagt Brückner. Dieses Thema hat das Verkehrsforum deshalb beim letzten Runden Tisch Radverkehr angesprochen und der Stadt eine Liste mit Straßen übergeben, wo man sich diese Radstreifen wünscht.

Ex-Verkehrsreferent Axel Lämmle, der nach der OB-Wahl den Stadtrat verlassen hat, hält von der Forderung des Verkehrsforums aber nicht viel. „Markierte Radstreifen simulieren nur Sicherheit“, sagt der Fahrschulinhaber. Es gebe einige Stellen, wo sie in Ordnung wären, zum Beispiel an der Heimstättenstraße. Doch prinzipiell sollte man lieber Radwege gut ausbauen, findet Lämmle.

Auch bei der Verwaltung sieht man das Thema nicht als vordringlich an. Die Fahrradbeauftragte der Stadt, Claudia Gessner, weist darauf hin, dass es sich bei jeder Straße um eine Einzelfallprüfung handele. Man müsse sehen, wo solche Streifen von der Fahrbahnbreite her möglich wären und ob sie an diesen Stellen überhaupt sinnvoll seien. Das Thema ist bei der Stadt im Moment aber noch nicht aktuell, da die Vorschläge des Verkehrsforums noch nicht geprüft werden konnten. (fd)

Die Tempo-30-Zonen der Stadt im Überblick: 

Hier wurden im letzten Jahr bereits Tempo 30-Zonen eingerichtet:

 Im Brucker Westen rund um die Ettenhoferstraße: Paul-Gerhardt-Straße, Martin-Luther-Straße, Ettenhoferstraße, Viscardistraße, St. Bernhard-Straße. 

Im Viertel zwischen Bahnhof und Innenstadt: Bahnhofstraße, Fürstenfelder Straße, Luitpoldstraße, Hans-Sachs-Straße, Stockmeierweg, Wittelsbacher Platz. Im Umfeld der Ludwigstraße: Kapuzinerstraße und Ludwigstraße. 

In diesen Wohnquartieren sollen in 2017 30er-Zonen kommen: Die Gegend rund um den Volksfestplatz: Aumillerstraße, Jakob-Groß-Straße, Ferdinand-Miller-Straße, Stiglmayrstraße, Unfaltstraße, Dr.-Lorenz-Lampl-Straße, Julie Mayr-Straße, Philip-Weiß-Straße. 

Im Brucker Osten bei Krankenhaus und Amtsgericht: Feuerhausstraße, Adolf-Kolping-Straße, Stadelbergerstraße. Beim Emmeringer Hölzl: Amperleite, Weiherstraße, Gartenstraße. 

Die alte Buchenau: Das komplette Gebiet auf der südlichen Bahnseite wird zur 30er-Zone. Bei der Ganghoferstraße wird eine Tempo-30-Zone nach Abschluss der Umbaumaßnahme zwischen Wilhelm-Busch- und Theodor-Heuss-Straße eingerichtet, und zwar im Bereich zwischen Augsburgerstraße und Wilhelm-Busch-Straße

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