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Auf einem Hocker stehend, mit Megafon verteidigte Landrat Thomas Karmasin seine Haltung.

Freiwillige übergeben Resolution

Brucker Asylhelfer protestieren gegen Arbeitsverbot für Flüchtlinge

Eine zu strenge Umsetzung des Arbeitsverbots für Flüchtlinge: Das werfen 17 Asylhelferkreise Landrat Thomas Karmasin vor. Sie fordern, dass mehr Flüchtlinge arbeiten dürfen.

Zahlreiche Asylhelfer kamen zum Landratsamt in Fürstenfeldbruck.

FürstenfeldbruckZentraler Punkt der Aktion ist das Arbeitsverbot für Geflüchtete mit geringer Bleibeperspektive. Die Asylhelfer werfen dem Landrat vor, nicht alle seine Möglichkeiten einzusetzen, um Flüchtlinge in den lokalen Arbeitsmarkt einzugliedern beziehungsweise sie überhaupt arbeiten zu lassen. Der Organisator der Kundgebung, Hans Sautmann vom Asylhelferkreis Eichenau, trat vor die rund 100 Protestierenden und verlas mit Hilfe eines Megafons die zweiseitige Resolution.

Landrat Thomas Karmasin verteidigte seine Position

Auch mit Plakaten machten sie ihre Position klar.

Er führte die Vorteile einer Beschäftigung von Asylbewerbern an: Sie lernten die deutsche Sprache leichter und der Steuerzahler würde entlastet. Außerdem wäre der Müßiggang beendet, der immer wieder für Depression und Aggression sorgt. „In München Stadt, München Land und im Landkreis Starnberg wird der Entscheidungsspielraum für die Beschäftigung von Flüchtlingen mehr ausgeschöpft als in Fürstenfeldbruck“, sagte Sautmann. Direkt an Karmasin gewandt: „Beenden Sie die restriktive Arbeitsverbots-Praxis!“

Landrat Karmasin betonte: Nach dem Grundsatz des Ausländerrechts dürfe man einen Aufenthalt, der sehr unsicher ist oder abgelehnt wird, nicht verfestigen. Arbeit aber tue genau dies. Das Verbot trifft daher vor allem Menschen aus Afghanistan und einigen Ländern Afrikas, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass ihr Asylantrag angenommen wird.

Zuerst Buh-Rufe, dann Einigung auf erneutes Gespräch

In der Resolution kritisieren die Helfer auch, dass für die Arbeitserlaubnis die Vorlage eines gültigen Reisepasses verlangt werde, was für viele Flüchtlinge eine unüberwindbare Hürde sei. Außerdem weisen sie das Argument zurück, dass großzügige Arbeitserlaubnisse einen Nachzugs-Sog bewirken würden. Die Asylbewerber flöhen vor Krieg und Terror aus ihren Heimatländern und würden daher nicht zwischen Landkreisen mit oder ohne Arbeitserlaubnis unterscheiden.

Für Landrat Karmasin war es relativ unverständlich, warum es zu einer Kundgebung kommen musste, da bereits Gespräche zu diesem Thema im Landratsamt geführt worden seien. Trotzdem bot er an, „in meinem Büro weiter über diese Sache zu diskutieren“. Das sei aber nur möglich, wenn es neue Argumente gebe.

Er jedenfalls habe die Gespräche nicht abgebrochen, sagte Karmasin, was die Asylhelfer mit Buh-Rufen und Pfiffen kommentierten. Hans Sautmann versuchte immer wieder, die hitzigen Gemüter zu beruhigen. Nach einer guten halben Stunde beendete er die Diskussion und nahm das Angebot von Landrat Karmasin an, sich erneut zusammenzusetzen und neu zu verhandeln.

von Tom Eldersch

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