Philharmonischer Chor

Brucker Ensemble inszeniert Meisterstück

In regelmäßigen Abständen begeistert der Philharmonische Chor Fürstenfeld mit großen Opernproduktionen. Nachdem er sich vor zwei Jahren mit den „Perlenfischern“ eine selten aufgeführte Rarität vornahm, steht heuer eine der bekanntesten Verdi-Opern überhaupt auf dem Programm.

Fürstenfeldbruck Die Oper „Nabucco“ ist ein musikalisches Drama, das nicht nur wegen des bekannten „Gefangenenchors“ wie gemacht ist für die Brucker Sänger. „Gesucht wurde nach einer Oper, in der der Chor gut zu tun hat und sich neuen Herausforderungen stellen kann“, erzählt Carolin Nordmeyer, musikalische Leiterin des Projekts. „Außerdem war bei allen Beteiligten der Wunsch nach einer Verdi-Oper groß.“

Nicht zuletzt ist den Akteuren der aktuelle Bezug des Stücks wichtig. „Es ist ein Werk von zeitloser Aktualität und trifft gerade jetzt einen Nerv unserer gesellschaftlichen Situation“, sagt Regisseurin Birgt Kronshage. Denn es geht um Religion, um die Frage nach dem rechten Glauben, um Furcht vor Andersdenkenden. „Und es geht um die Frage, wie sich die Menschen – vor allem die führenden politischen Köpfe – mit diesen Glaubensfragen arrangieren.“

Die Geschichte basiert auf dem biblischen Freiheitskampf des jüdischen Volkes gegen die babylonische Gefangenschaft. Die Parallelen zur Gegenwart sollen in der Inszenierung deutlich werden, „ohne dass wir mit dem Finger darauf zeigen“, wie Kronshage betont.

Der Chor verkörpert die sich bekriegenden Volksgruppen der Hebräer und Assyrer. Geteilt werden muss er dafür nicht – das geschickt geschriebene Libretto erlaube meist den Einsatz des kompletten Chors, so die Regisseurin.

Für die Hauptrollen konnten hochkarätige Solo-Sänger verpflichtet werden, darunter die ukrainische Sopranistin Oxana Arkaeva, Mezzo-Sopranistin Cornelia Lanz, der vielfach preisgekrönte Tenor Byoung-Nam Stefano Hwang, Marcus Weishaar und Martin Js. Ohu (beide Bass) sowie Soomin Yu, die das Brucker Publikum bereits als Priesterin Leila in den „Perlenfischern“ kennenlernen durfte.

Die musikalische Begleitung übernimmt das Akademische Sinfonieorchester München, das – wie der Chor – aus Amateuren besteht. „Eine so große Produktion von zwei Laienformationen ist schon eine Besonderheit“, sagt Carolin Nordmeyer.

Die Anforderungen an die Sänger sind hoch – und ganz andere als bei Konzerten. Es muss szenisch agiert und sämtlicher Text auswendig beherrscht werden – und das auch noch auf Italienisch. Für das Publikum werden deutsche Übertitel eingeblendet, damit jeder der Handlung folgen kann. (os)

Karten für die

Premiere von „Nabucco“ im Stadtsaal am 15. Juli um 19.30 Uhr gibt es bereits jetzt online unter www.muenchenticket.de. Weitere Vorstellungen sind am 16., 29. und 30. Juli. Wer bei der Probe am 11. Juli hinter die Kulissen blicken will, meldet sich bei der VHS Eichenau.

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