Christine Höppner wechselt demnächst nach Stuttgart.

Neue Position

Brucker Forum: Chefin geht nach Stuttgart

Fürstenfeldbruck – Wechsel beim Brucker Forum: Geschäftsführerin Christine Höppner hört auf und geht nach Stuttgart. Am heutigen Freitag wird sie offiziell verabschiedet. Die 58-Jährige hätte sich gut vorstellen können, bis zur Rente in Bruck zu bleiben. Wenn da nicht aus heiterem Himmel das Angebot gekommen wäre, die Leitung der katholischen Erwachsenenbildung für die gesamte Diözese Rottenburg-Stuttgart zu übernehmen. Dort wird sie für 24 Bildungswerke zuständig sein.

„Das ist natürlich schon spannend“, so Höppner. Zu verlockend also, um Nein zu sagen, obwohl ihr die Arbeit in Bruck viel Spaß gemacht habe. Sieben Jahre kümmerte sich Christine Höppner um die Bildungsangebote des Forums, in dem alle Träger katholischer Erwachsenenbildung, insbesondere der Pfarreien und kirchlichen Verbände in Stadt und Landkreis, zusammengeschlossen sind.

Sie hat viel bewegt in dieser Zeit. Ziemlich bald fiel ihr auf, dass das Forum zu den Menschen außerhalb des gutbürgerlichen Kern-Klientels keinen Zugang hatte – insbesondere zu den Menschen nicht, die sie im bunten, multikulturellen Westen der Stadt täglich vor Augen hatte. So entstand die Idee, für das Forum 31, ein kleines Bildungs- und Begegnungszentrum für diese Zielgruppe. Höppner ist froh, dass die Einrichtung mittlerweile von der Projektphase in die Regelförderung übergegangen ist. Sie hat das Fest der Kulturen ins Leben gerufen und das Haus 8 als spirituelles Zentrum, hat eine interkulturelle Mediationsausbildung durchlaufen, am Runden Tisch Demenz mitgewirkt und eine Fachtagung zu dem Thema mitgeplant.

Die letzten beiden Jahre standen vor allem im Zeichen der Flucht- und Asylthematik. Hier entwickelte Höppner unter anderem ein Sprachpaten-Konzept und organisierte entsprechende Fortbildungen. Insgesamt sei „viel Handarbeit“ zu tun gewesen, erzählt sie. „Da sind Sie nach 39 Stunden nicht fertig.“

Die gebürtige Münchnerin hatte schon ein spannendes Berufsleben hinter sich, als sie nach Bruck kam. Nach ihrem Geschichts- und Psychologiestudium machte sie Recherchen für historische Dokumentarfilme und arbeitete in der Produktions- und Herstellungsleitung eines Mehrteilers über Bismarck mit Uwe Ochsenknecht in der Titelrolle. Die Fernseharbeit, die viel Herumreisen bedeutete, endete mit der Geburt ihrer Tochter vor 26 Jahren.

Später verschlug es Höppner in den Bereich Medizin und in die Organisation von Fortbildungen. „So sind Geisteswissenschaftler, die trauen sich alles zu“, sagt sie und lacht. Und nun steht der Wechsel nach Stuttgart bevor, aber ein großer Umzug wird es nicht. „Ich werde mir eine kleine Bude suchen und pendeln.“ Ihr Wohnsitz bleibt Schöngeising, wo sie mit ihrem Mann lebt. Nach 37 Jahren von der Vollzeit-Beziehung zur Wochenend-Ehe – ein Problem? „Nein“, sagt Höppner. „Ich habe einen tollen Mann, der mich voll unterstützt. Wir schaffen das.“ (os)

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