Ein Geburtstagskuchen mit Windrädern dekoriert
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Kreative Motivauswahl: Das Foto ist aus dem Film über Pfingsten. Der Geburtstagskuchen, den Simone Kuhbandner in Händen hält, bezieht sich auf den „Geburtstag“ der Kirche. Die Windräder dienen zur Illustration des Heiligen Geistes, den man nicht sieht, der aber trotzdem wirkt - so wie der ebenfalls unsichtbare Wind.

Kreativ durch die Corona-Zeit

Brucker Gemeindereferentin erklärt in Videos den christlichen Glauben

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Filme statt persönlichem Kontakt. In der Corona-Krise nutzt der Brucker Pfarrverband ganz neue Wege, seine Glaubensinhalte zu vermitteln: Videos auf Youtube.

Fürstenfeldbruck – Viele Wochen lang gab es in diesem Jahr keinen Kommunionsunterricht. Kindergottesdienste können noch nicht stattfinden. Um den jüngsten Gemeindemitgliedern trotzdem religiöse Impulse zu vermitteln, hatte Gemeindereferentin Simone Kuhbandner mitten im Lockdown eine Idee. Sie begann, kurze Filme zu produzieren und auf YouTube hochzuladen. Mittlerweile sind bereits zehn Filme entstanden, manche brachten es auf über 2000 Aufrufe. Vor allem die Kommunionskinder profitieren davon. Die Videos sind fünf bis zwölf Minuten lang. Kuhbandner erklärt darin in zeitgemäßer, kindgerechter Sprache die christlichen Feste oder erzählt Geschichten aus dem Evangelium. Dazu zeigt sie Bilder aus einer Kinderbibel, spricht Gebete und spielt Musik ein.

Manche Schilderung ist sogar mit Soundeffekten unterlegt. „Bei der Technik haben mir meine Kinder geholfen“, erzählt Kuhbandner. Mit 16, 18 und 19 Jahren sind die drei genau im richtigen Alter, um als Medienberater in Sachen YouTube zu fungieren. Aufgezeichnet wurden die Filme mit dem Handy, als Stativ diente ein Pappkarton – „einfachste Mittel“, wie Kuhbandner sagt.

Inhaltlich aber steckt eine Menge Arbeit in den Videos. Tagelang feilt die 49-Jährige an den Texten, sucht passende Illustrationen und Accessoires. Nach den christlichen Festen hat sie sich die Patrone der Kirchen im Pfarrverband vorgenommen. Es gibt einen Film über Johannes den Täufer – den Schutzheiligen der Kirche in Emmering – und einen über Maria Magdalena (Bruck-Mitte). Im Moment sind Videos über Mariä Himmelfahrt (Klosterkirche Fürstenfeld) und den heiligen Bernhard (Bruck-West und Biburg) in Arbeit.

Zum Ende des Schuljahres nahm Kuhbandner gemeinsam mit der evangelischen Pfarrerin Ursula Leitz-Zeilinger eine Videobotschaft auf, mit der die beiden alle Brucker Schüler und Lehrer „mit Gottes Segen in die Ferien“ schickten. Im September möchte sie das Thema Beichte behandeln, bevor dann im Oktober die diesjährige Erst-Kommunion endlich stattfinden kann.

Dass die Filme so erfolgreich sind, freut Kuhbandner – auch das positive Feedback, das sie von Eltern in Form von E-Mails schon bekommen hat. Sie weiß, dass auch Jugendliche und Erwachsene die Videos anschauen. Die vielen Aufrufe – insgesamt fast 6000 – zeigen, dass sie im Internet mehr Menschen erreicht als es sonst der Fall gewesen wäre. Das Interesse an Glaubensdingen sei also offensichtlich da, folgert die Seelsorgerin. Auch wenn persönlicher Kontakt und Gemeinschaftserlebnisse nach wie vor wichtig sind, muss die Kirche in ihren Augen auch in den neuen Medien präsent sein.

Nicht jeder Dreh gelang auf Anhieb. Versprecher und Lachanfälle führten zu etlichen Outtakes. Auf Blogger, die tagtäglich Neues auf YouTube posten, hat die 49-Jährige nach den Erfahrungen der letzten Monate eine andere Sicht als früher. „Vor denen habe ich inzwischen Hochachtung.“ Zu finden sind Kuhbandners Videos auf YouTube unter dem Suchbegriff PV Fürstenfeld.

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