Auch kritische Fragen willkommen

Brucker Muslime starten Kampagne gegen Angst und Vorurteile

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Angesichts islamistischer Terroranschläge in Deutschland, Frankreich und Großbritannien hat die islamische Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat eine ambitionierte Kampagne gestartet.

Fürstenfeldbruck – Die Vertreter der bundesweiten Organisation wollen so viele Menschen wie möglich über den Islam aufklären und Vorurteile und Ängste gegenüber gläubigen Muslimen in der Gesellschaft abbauen. Dazu wollen sie in nahezu allen deutschen Städten und Gemeinden das Gespräch mit Bürgern vor Ort suchen. Im Landkreis sind in jeder Ortschaft Flyerkationen geplant, zudem soll es Infostände geben sowie eine Infoveranstaltung in Bruck. Die Kampagne trägt den Titel: „Wir sind alle Deutschland“.

Bei einem Pressegespräch im Kloster Fürstenfeld sagte Imam Usman Naveed (30): „Wir wollen zeigen, dass der Islam friedfertig ist.“ Wegen des islamistischen Terrors sei man „noch mehr in der Pflicht, die Leute aufzuklären“. Man wolle islamische Werte wie „Frieden, Toleranz, Loyalität zu Gesetz und Heimatland sowie Gleichgewichtung von Mann und Frau wieder zum Vorschein bringen“.

Die Ahmadiyya versteht sich als Reformbewegung für einen betont friedlichen und dialogorientierten Islam. Sie ist weder sunnitisch noch schiitisch geprägt, sondern eine eigene Glaubensrichtung, die den Koran im historischen Kontext sieht. Die Ahmadiyya-Gemeinde bildet ihre Imame in einer eigenen Hochschule aus. Bundesweit hat sie ungefähr 45 000 Mitglieder. Weltweit ist die Bewegung in mehr als 200 Ländern aktiv.

Auch kritische Fragen sind willkommen

Seit einigen Monaten läuft die Informationskampagne. Sowohl Muslime als auch Nicht-Muslime sollen bei den Flyeraktionen die Möglichkeit haben, „ihre Fragen, Sorgen und Ängste mit Muslimen zu teilen“, heißt es in einer Mitteilung. Naveed sagte: „Auch kritische Fragen sind willkommen.“ Man wolle auf diese Weise gesellschaftliche Vorurteile gegenüber dem Islam entkräften, die seit dem Krieg im Nahen Osten entstanden seien. „Es besteht derzeit viel Gesprächsbedarf.“ Viele Menschen würden „über Muslime“ reden. „Wichtig ist aber, dass man miteinander spricht.“ Ahmadiyya-Mitglied und Ansprechpartner für den Landkreis Asif Mahmood sagte bei der Pressekonferenz, die Kanzlerin habe Muslime aufgefordert, „Stellung zu beziehen“. Das tue man nun. 

Die Kampagne

Vertreter der Ahmadiyya besuchen jede Ortschaft im Landkreis. Sie verteilen Flyer, anhand derer Interessierte die Möglichkeit haben, über eine Hotline auf jede religiöse Frage eine Antwort zu erhalten. Die Aktion diene der „reinen Information zur Erlangung von Wissen über den reformierten Islam“, heißt es in einer Mitteilung. In folgenden Städten sind jeweils von 9 bis 17 Uhr Informationsstände geplant: Germering (12. August), Olching (2. September), Puchheim (9. September), Fürstenfeldbruck (16. September). In Bruck findet zudem am 9. November ab 18 Uhr ein Infoabend im Veranstaltungsforum statt. Die Besucher sind zur Diskussion aufgerufen. Daneben spendet die Ahmadiyya der Stadt einen „Friedensbaum“.

rat

Rubriklistenbild: © dpa

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