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Er erfüllt sich einen Traum

Neues Brucker Bier feiert Schank-Premiere beim Altstadtfest

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Der Traum vom eigenen Bier – Thomas Ernst hat ihn sich erfüllt. Jetzt steht die Feuertaufe für das Gebräu des Bruckers an. Während des Altstadtfests wird sein Gerstensaft zum ersten Mal ausgeschenkt. Bis dahin war es allerdings ein langer Weg.

Fürstenfeldbruck – Wie so oft bei richtungsweisenden Entscheidungen im Leben spielt auch in dieser Geschichte der Zufall eine große Rolle. Thomas Ernst, gelernter Maschinenbautechniker und Maschinenbaumeister sitzt vor dem Fernseher und verfolgt einen Beitrag über selbstgebrautes Bier. „Das würde mir auch gefallen“, sagt er sich damals.

Zum Glück hat der Brucker eine aufmerksame Freundin. Denn die spendiert ihrem Lebensgefährten wenig später einen Braukurs im Markus-Wasmeier-Freilichtmuseum am Schliersee. Dort erlebt Ernst live und hautnah das Bierbrauen – vom Einmaischen bis zur Würzekühlung. „Das war ein Erlebnis, das mich anschließend wahnsinnig beschäftigte und letztlich nicht mehr losgelassen hatte“, erzählt Ernst.

Zunächst aber liegt die Idee aus beruflichen Gründen noch auf Eis. Nachdem der Brucker einen weiteren Kurs mit dem Titel „Bierbrauen in der heimischen Küche“ gemacht hat, ist er nicht mehr zu halten. „Da kaufte ich mir das Einstiegs-Equipment“, berichtete Ernst. Und so stehen wenig später ein Weck-Automat und ein Kunststoff-Gärbottich in der Küche. „Anschließend ging es mit dem Experimentieren los“, erinnert sich Ernst. Dabei kommen ihm vor allem seine beruflichen Kenntnisse zu Gute. Die Teile, die für die Mini-Brauerei noch fehlen, wie ein Rührwerk oder ein Läuterboden, baut sich der Brucker kurzerhand selbst.

Dann kann das Wunder der Bierentstehung beginnen. Als Versuchskaninchen müssen die Freunde herhalten. Die sind von den Braukünsten ihres Spezls sehr schnell angetan. Ein Motivations-Schub für den Hobbybrauer, der von da an ständig seine Braukunst verfeinert, Malzmischungen selbst zusammen stellt und verschiedene Rezepte ausprobiert. So entstehen vier Hauptrezepte für Helles, Weißbier, Dunkles und Bockbier. Stets werden als erstes die Freunde mit dem neuen Gerstensaft versorgt. Sie sind es auch, die ihn immer wieder animieren, weiter zu machen. „Wann können wir das erste Bier kaufen“, fragen sie ständig. Doch solange er vom Zoll nur die Genehmigung als Hobby- und Hausbrauer hat, ist ein Verkauf nicht möglich.

Die Werkstattwird zum Sudhaus

Die Freunde aber lassen nicht locker. Und so fasst Ernst den Entschluss, nachdem er im Internet Marktforschung betrieben hat, eine Brauerei zu gründen. Der Zeitpunkt scheint günstig, da immer mehr Menschen handgemachtes Bier schätzen. „Vom Landratsamt erhielt ich wertvolle Tipps und schließlich grünes Licht.“ Nach einer Hygieneunterweisung, einer Gastwirte-Unterrichtung bei der IHK und einem weiteren Braukurs für Quereinsteiger in der Doemens-Schule für Brauer in Gräfelfing ist Ernst endgültig für das Gewerbe gewappnet. Nachdem die Nutzungsänderung seines ehemaligen Maschinenbaus in der Schöngeisinger Straße beim Bauamt genehmigt ist, baut Ernst seine Werkstatt in ein Sudhaus um.

„Nun ist es soweit, und die Markteinführung erfolgt zum diesjährigen Altstadtfest“, sagt Ernst und hofft, dass zur Brauerei-Eröffnung viele Gäste den Weg in die Schöngeisinger Straße 39 finden. Als weiteres Ziel fasst der Neu-Brauer ins Auge, sein naturbelassenes in Flaschengärung hergestelltes „Silbersteg-Bier“ auf Festen zu vermarkten. „Mein Bier wird es wohl nicht in einem Getränkemarkt geben, da der Preisdruck zu den Großbrauereien zu hoch ist“, sagt Ernst. „Wenn jedoch regionale Gastronomen Interesse haben, würde es mich freuen. Ansonsten braue ich Bier für Feste und nach Auftrag für Privatfeiern oder auch Firmenjubiläen.“

 Das Altstadtfest geht vom 20. bis zum 22. Juli in der Innenstadt über die Bühne.

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