+
Symbolfoto.

Interview

Brucker Sozialpädagogin erklärt: Was Scheidungskinder voneinander lernen können

  • schließen

Fürstenfeldbruck – Für Kinder ist die Trennung der Eltern oft schwer zu verkraften. Dabei helfen kann ihnen, über das Erlebte zu sprechen.

Das können sie in einer Gruppe, die Caritas und Diakonie ins Leben gerufen haben. Sozialpädagogin und Familientherapeutin Tina Kring (41) erzählt, warum das Angebot so wichtig ist.

Tina Kring ist Familientherapeutin und Sozialpädagogin.

Frau Kring, an wen richtet sich die Gruppe?

Eingeladen sind Kinder zwischen acht und zwölf Jahren, deren Eltern getrennt oder geschieden leben. In der Gruppe steht erst einmal der Spaß im Vordergrund. Es wird zusammen gespielt oder gemalt. Auch Rollenspiele sind Teil des Programms. Langsam nähern wir uns dann dem Thema Trennung. Die Kinder können über ihre Gefühle sprechen, müssen aber nicht.

Das Angebot gibt es schon länger. Wie sind die Erfahrungen?

Einige Kinder sind von Anfang an offen. Andere sind skeptisch. Wenn sie aber einmal in der Gruppe sind, macht es erfahrungsgemäß allen Freude. Es hilft den Kindern, zu sehen, dass auch andere in einer ähnlichen Situation sind. Sie besprechen den Umgang mit schwierigen Situationen und hören, wie es anderen Kindern damit geht.

Hört sich sehr emotional an...

Ja, das ist es. Den Teilnehmern tut es gut, die Gefühle auszudrücken. Sie lernen, dass es völlig okay und normal ist, beispielsweise Wut oder Trauer zu empfinden.

Wie setzen sich die Gruppen zusammen?

Wir schauen vorher, dass die Kinder zueinander passen. Dabei spielt auch das Alter eine Rolle. Wir führen mit Eltern und Kindern vor dem Start Vorgespräche, auch um Fragen zu klären.

Wie werden die Eltern eingebunden?

Es gibt eine begleitende Elterngruppe. In ihr werden Fragen beantwortet wie: Wie kann ich mein Kind am besten unterstützen? Wie verstehe ich seine Emotionen? Wie erhalte ich den Kontakt zu meinem ehemaligen Partner im Sinne des Kindes? Wichtig ist, dass Mutter und Vater getrennt an der Gruppe teilnehmen. Erfahrungsgemäß können die Gespräche dadurch offener geführt werden.

Die Kindergruppe

startet am Freitag, 11. November. Für die Kinder gibt es fünf Nachmittagstermine, die Eltern treffen sich drei Mal ab 17.30 Uhr. Anmeldung telefonisch unter (0 81 41) 50 59 60 sowie per E-Mail an eb-ffb@caritasmuenchen.de. Mehr Infos unter www.diakonieffb.de.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Valentin aus Moorenweis
Besser geht’s nicht: Pünktlich zum errechneten Termin am Valentinstag erblickte der dritte Sohn von Julia und Patric Schneider aus Moorenweis, Ortsteil Langwied, das …
Valentin aus Moorenweis
David aus Fürstenfeldbruck
Ursula und Toni Hebrang aus Fürstenfeldbruck freuen sich über die Geburt ihres dritten Kindes. David Valentin erblickte mit einem Geburtsgewicht von 3260 Gramm und einer …
David aus Fürstenfeldbruck
Parteifreier geht ins Rennen um die OB-Kandidatur
 In Zeiten sozialer Medien gibt es ungewöhnliche Wege zur OB-Kandidatur. Thomas Lutzeier ist ein Beispiel dafür: Die Wählergruppe „Mehr für Bruck“ – extra für die …
Parteifreier geht ins Rennen um die OB-Kandidatur
Gernlindner Gaudiwurm rollt seit 70 Jahren
Der Faschingszug in Olching mag zwar der größte in der Region sein. Doch der Gaudiwurm in Gernlinden hat sechs Jahre mehr auf den Buckel. Damit zählt der Zug zu den …
Gernlindner Gaudiwurm rollt seit 70 Jahren

Kommentare