Durch die Lager der Online-Händler werden in der Pandemie noch mehr Waren geschleust. Geshoppt wird vom Sofa aus. Die Firma CIM liefert die Lager-Software.
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Durch die Lager der Online-Händler werden in der Pandemie noch mehr Waren geschleust. Geshoppt wird vom Sofa aus. Die Firma CIM liefert die Lager-Software.

Erfolg in Pandemie-Zeiten

Brucker Unternehmen macht Lager fit für den Online-Boom

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Im Lockdown brummt der Online-Handel. Immer mehr Unternehmer setzen auf Verkäufe im Internet. Das bestätigt auch die Brucker Firma CIM, die Management-Software für Lager programmiert.

Fürstenfeldbruck – Corona hat dem Trend zum ohnehin stark wachsenden Online-Handel noch einmal einen Schub gegeben. Und das Wachstum wird unabhängig von der Pandemie wohl auch weiter anhalten. Die Studie „E-Commerce-Strategien für den mittelständischen Einzelhandel“ prognostiziert, dass – mit Ausnahme des Lebensmittelhandels – in fünf Jahren jeder vierte Euro online umgesetzt wird.

Die Firma CIM, die 1985 in Fürstenfeldbruck gegründet wurde, programmiert sogenannte Warehouse-Management-Systeme – also Software für Lagerverwaltung, Kommissionierung und Versand. Das gesteigerte Interesse am E-Commerce bekommen auch die 94 Mitarbeiter im Firmengebäude an der Livry-Gargan-Straße zu spüren. „Wir bemerken tatsächlich eine verstärkte Nachfrage nach digitalen Lösungen aus dem E-Commerce-Sektor“, sagt Unternehmenssprecher Daniel Wöhr.

Das Familienunternehmen wurde von Fritz Mayr gegründet, der die Geschäfte der GmbH gemeinsam mit seiner Frau Franziska, den Töchtern Hannelore Mayr und Friederike Kammann sowie deren Mann Markus Kammann führt. Mittlerweile ist die Übergabe der Firma von den Eltern auf die Töchter und Kammann in vollem Gange.

Vor der Firmengründung hatte Fritz Mayr keinen direkten Bezug zur Logistik. „Er stammt aber aus einer Unternehmerfamilie mit einer großen Begeisterung für technische Innovationen“, sagt Wöhr. Nach seinem Studium hatte Mayr 1985 die Vision, Lager in aller Welt schneller, leistungsstärker und zukunftsfähiger zu machen. Dafür schuf er eines der weltweit ersten Lagerverwaltungssysteme.

Dass Geschwindigkeit und Flexibilität im Lager einmal das A und O im Online-Handel werden würden, konnte Mayr damals wohl bestenfalls erahnen. Der heutige Branchenriese Amazon zum Beispiel ging erst rund ein Jahrzehnt danach an den Start.

Die Köpfe hinter dem Familienunternehmen: Hannelore Mayr, Markus Kammann, Friederike Kammann, Franziska Mayr und Fritz Mayr bilden die Geschäftsleitung.

Heute ist E-Commerce aus kaum einer Branche mehr wegzudenken. „Die Modebranche, die Unterhaltungs- und Elektroindustrie sowie der Bereich Freizeit und Hobby sind schon seit längerem sehr stark im E-Commerce aktiv“, sagt Wöhr. Vor allem die beiden erstgenannten Bereiche seien bei den Umsätzen mit großem Abstand die Spitzenreiter.

„Alle anderen Branchen ziehen nun nach“, berichtet Wöhr. Das betreffe auch Bereiche wie Heimwerken, Garten und hochwertige Luxusartikel. Es gibt kaum noch etwas, das die Menschen nicht mehr online kaufen. Und der Markt stellt sich immer besser darauf ein. „So richtige Nachzügler gibt es bei den Branchen eigentlich nicht mehr, dazu war das Thema E-Commerce durch Amazon und Co. schon vor Corona zu drängend“, sagt der Unternehmenssprecher.

Und auch der Lebensmittelhandel verändert sich trotz des vergleichsweise geringeren Wachstums. „Online-Bestellungen nahmen auch hier zu“, hat Wöhr beobachtet. Für die Firma CIM bedeutet das, dass die Arbeit nicht ausgeht. Denn Online-Handel mit Lebensmitteln bringt selbst im Bereich der Lagerverwaltung einige Herausforderungen mit sich, die Wöhr wie folgt aufzählt: „Die Einhaltung der Kühlkette auch beim Versand, das entsprechende Verpackungsmanagement, Retouren sowie schnelle, reibungslose und – für den Fall von Reklamationen – rückverfolgbare Prozesse.“

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