Ein Corona-Schnelltest, der negativ ausfällt. Ein Streifen auf Höhe des T deutet auf eine Infektion hin.
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Ein Corona-Schnelltest, der negativ ausfällt. Ein Streifen auf Höhe des T deutet auf eine Infektion hin.

Fürstenfeldbruck

Coronavirus: Vertrauen auf die Teststationen

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Mehrmals sind in den vergangenen Tagen in Deutschland Betrügereien bei der Abrechnung von Corona-Schnelltests ans Licht gekommen. Dennoch scheinen die Bürger den Anlaufstellen im Landkreis zu vertrauen.

Fürstenfeldbruck – Dank der Software lassen sich die abgerechneten Tests im Schnelltestzentrum FFB genau nachvollziehen. Seit Kurzem können die Ergebnisse zudem über die Corona-Warnapp empfangen werden. Auch eine Schnittstelle zur Luca-App ist in Arbeit.

Über 50 000 Abstriche haben die Mitarbeiter des Schnelltestzentrums FFB seit dem Startschuss im April an den verschiedenen Standorten genommen. „Wir hatten zwischenzeitlich wahnsinnig viel zu tun“, sagt Christina Schmiedel, Sprecherin der Schnelltestzentrum KSGS GmbH. Dank der Software der Brucker IT & Logistik Firma „Die Systementwickler“ könne man genau nachweisen, wie viele Tests gekauft und abgerechnet wurden, erklärt Schmiedel.

Auch die ausgefüllten Anmeldebögen – für Kunden, die sich nicht online registriert haben – würden aufgehoben. „Wir profitieren jetzt von der Arbeit, die wir im Vorfeld gemacht haben.“ So spüre man auch bei den Kunden keine Verunsicherung über die richtige Abrechnung der kostenfreien Bürgertests. „Wir werden eher darauf angesprochen, ob wir jemanden kennen“, sagt Schmiedel. „Ich habe das Gefühl, dass die Leute uns vertrauen.“

Ein Zeichen dafür sei, dass trotz sinkender Fallzahlen weiterhin viele Test gemacht werden. Die Schauspielerin beschreibt es mit der Routine, die nach einer Premiere einkehrt. Vor allem Urlauber, die die Negativtests für Hotels benötigen, und Menschen, die verreisen, würden die Teststationen nutzen. „Und es kommen weiterhin viele, die Freunde treffen wollen und den Test zur Sicherheit machen“, berichtet Schmiedel.

Bewerbung als Modellstadt

Da Fürstenfeldbruck sich als Modellstadt beim Freistaat beworben hatte, wurde auch das sogenannte Tagesticket entwickelt. Es sollte als Nachweis für einen Biergarten-, Geschäfts-, und Kulturbesuch dienen. Es wurde sehr gut angenommen. „Aber es gab viele Beschwerden, dass das Ticket außerhalb des Landkreises nicht akzeptiert wurde“, berichtet Markus Ströhle von den Systementwicklern.

Aus diesem Grunde bewarb man sich Mitte Mai beim Robert-Koch-Institut für eine Schnittstelle zur Corona- Warnapp. Die Abwicklung sei hochprofessionell gewesen, berichtet Ströhle. Seit vergangenem Freitag erhalten die Kunden per E-Mail einen QR-Code, über den sie ihr Schnelltestergebnis über die Corona-Warnapp hochladen können. Einzige Voraussetzung: Sie müssen sich noch einmal auf der Internetseite www.schnelltestzentrum-ffb.de registrieren. Dann können sie auswählen, ob sie eine personalisierte Übermittlung der Daten – der als namentlicher Nachweis gilt – eine pseudonymisierte oder keine Übermittlung wünschen.

Gleichzeitig wurde auch eine Anfrage beim Betreiber der Luca-App gestellt. Diese wird unter anderem von vielen Gaststätten zur Datenerfassung genutzt. Technisch wäre eine Einbindung möglich. Doch hier warte man noch auf eine Rückmeldung. Ströhle will auf jeden Fall nochmal nachhaken. „Wir würden es gerne machen, denn es ist sinnvoll, beides anzubieten.“

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