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Das erste Autokino in FFB.

Auf dem Volksfestplatz

Brucks erstes Autokino: So war die Vorpremiere

  • Peter Loder
    vonPeter Loder
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Der Volksfestplatz wird am Freitagabend erstmals zum Autokino. Dass ein Besuch ein stimmungsvolles Erlebnis sein kann, zeigte sich schon bei der Vorpremiere am Donnerstag.

Fürstenfeldbruck – Donnerstagabend, kurz nach 20 Uhr: Noch 24 Stunden bis zur großen Premiere im Brucker Autokino. Am Volksfestplatz bildet sich nach und nach eine kleine Autoschlange. Um sicherzugehen, dass am Freitagabend auch alles laufen würde wie geplant, haben die Veranstalter, Lichtspielhaus-Chef Markus Eisele und Kinosommer-Macher Tom Blum, zum Probelauf eingeladen – mit ausgewähltem Publikum, das jetzt auf Einlass wartet.

Platz für 300 Autos

Wo bis zum 11. Juli jeden Abend Platz für bis zu 300 Autos ist, werden bei der Generalprobe knapp 50 Fahrzeuge von Lozsef Kruzbert (41) und seiner Tochter Kitti (18) auf die „Zuschauerränge“ gelotst. Die beiden Mitarbeiter eines Grafrather Security-Unternehmers werden während der Autokino-Tage das Publikum mit ihren rot leuchtenden Kellen vor der Großen Leinwand einweisen. Auf der läuft an diesem Abend „Der Partyschreck“, eine Komödien-Konserve aus dem Jahr 1968 mit Peter Sellers. Doch nicht in erster Linie wegen des Films, sondern des Feelings wegen sind die Testlauf-Gäste gekommen.

Vor 45 Jahren 

Paula Winterholler aus Geltendorf war vor 45 Jahren zuletzt im Autokino. Damals hat sie sich die „Rocky Horror Picture Show“ in Stuttgart „reingezogen“, erzählt sie, während sie an der Spitze der Warteschlange auf Einlass wartet. Um Punkt 20.30 Uhr darf sie dann aufs Gelände rollen und für sich das Prädikat „Erste Besucherin im Brucker Autokino“ in Anspruch nehmen.

Für Sabine und Raimund Wildmann aus Schöngeising ist das Leinwand-Open-Air unterem Autodach eine Premiere. „Wir sind zwar totale Kinofans, aber so etwas hatten wir noch nie.“ Dagegen ist Rudolf Schönberger schon ein „alter Hase“ in diesem Genre. Im historischen BMW-Oldie 501 ist am Volksfestplatz aufgekreuzt. Nostalgische Gefühle empfinde er, sagt der Zahnarzt aus Bruck. Immerhin ist es fast schon 30 Jahre her, seit er zuletzt im legendären Autokino in Aschheim war.

Ein neues Kino-Erlebnis

So geht es auch Ana Wahl. Die in Argentinien gebürtige Bruckerin hatte in ihrem Heimatland zuletzt „vor was weiß ich wie langen Jahren“ einmal ein Autokino besucht. In Bruck hat sie gemeinsam mit dem Olchinger Rainer Baltes in der ersten Reihe geparkt und ist überwältigt vom „gigantischen Eindruck“. Ähnlich geht es Christine und Reinhard Müller: „Ein neues Kino-Erlebnis. Wir kommen wieder“, sagen sie noch bevor der Film überhaupt begonnen hat.

OB auch an Bord

Das Premieren-Schauspiel lassen sich auch OB Erich Raff und Ehefrau Elke nicht entgehen. Der OB-Besuch ist für Eisele Anlass, um die in den Amtsstuben rekordverdächtig schnell abgewickelte Bürokratie zu würdigen: „Ich glaube, dass noch nie zuvor in dieser Stadt ein Projekt mit einem derartigen Tempo genehmigt wurde.“ Was freilich auch für Tom Blum eine Herausforderung war: „Von Null auf Hundert in wenigen Tagen, um alles aufzubauen. Wir haben bis zuletzt geschraubt.“ Nach der letzten Vorstellung am 11. Juli wird die Leinwand von ihm rüber zum Kinosommer ans Kloster transportiert. Dort geht es am 29. Juli weiter – auch Open Air, aber ohne Autos.

Wie es läuft, weiß keiner

Während Blum bei der Volksfestplatz-Vorpremiere mehr gestresst als aufgeregt die letzten Einstellungen seines computergestützten Mammut-Projektors überprüft, gibt Eisele einem TV-Team des Bayerischen Fernsehens ein Interview (der Beitrag wird am Dienstag um 21.45 Uhr auf 3Sat in der Reihe „Kino, Kino“ gesendet). Zu diesem Zeitpunkt ist es rings herum noch taghell, weshalb dem eher nüchternen Volksfestplatz der gewisse Kino-Charme fehlt. Dieser Eindruck aber ändert sich, sobald es dunkel geworden ist. Den imaginären Vorhang ersetzt ein langsam am Himmel verglimmendes Abendrot. Spätestens jetzt weiß man: Autokino in Bruck – das hat was. Ob das Projekt für die Organisatoren auch finanziell gut ausgeht, sei aber noch nicht abzusehen, sagt Eisele: „Keiner weiß, ob etwas hängen bleibt.“

21.35 Uhr: Es ist mittlerweile stockdunkel. Die Gewitterfront ist an der Stadt vorbeigezogen, nur der Ostwind bläst noch kühl, doch in den Autos ist es kuschlig warm. Peter Sellers tritt in Aktion. Der Ton wird via Radio ins Auto übertragen. Gibt es mal technische Probleme, genügt ein „Hilferuf“ per Warnblinker. Zur Not stehen mobile Empfangsgeräte bereit.

Nach knapp zwei Stunden ist der Spaß vorbei, der Abspann läuft, die Motoren werden angeworfen. Der Testlauf ist bis auf ein anfängliches, rasch behobenes Farbenproblem gelungen. Im geregelten Verkehr steuern die Besucher die beiden mit grünen Lichtern gekennzeichneten Ausfahrten am Volksfestplatz an. Das erste Happy End im Brucker Autokino. 43 weitere sollen folgen. Heute läuft Bohemian Rapsody.

Tickets

für 19 Euro je Auto (zwei Personen á 9,50 Euro, Rückbänkler aus der eigenen Familie sind frei) gibt es ebenso wie Getränke und Snacks nur online unter www.autokino-ffb.de. Beginn ist täglich ist gegen 21.30 Uhr, Einlass ab 20.30 Uhr.

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