Andreas Sobeck hat die Stadt mit seinenWerken verschönert.

Nachruf

Der Brunnen am Stadtpark erinnert an ihn

Der Name Andreas Sobeck ist untrennbar mit der Brucker Künstlervereinigung, dem Haus 10, der Bildhauerwerkstatt in der Alten Schmiede und dem Kulturverein Fürstenfeld verbunden. 

Fürstenfeldbruck – Der Bildhauer bereicherte die künstlerische Landschaft mit seinen Fähigkeiten und nicht zuletzt auch mit seiner menschlichen Art: „Er stand uns viele Jahre mit Rat und Tat zur Seite, unterstützte uns und brachte sich bei Veranstaltungen ein – sein künstlerisches Werk hat unsere Stadt verschönert“, betont die Vorstandschaft des Kulturvereins Fürstenfeld. Nun trauern die Mitglieder um ihren Kameraden, denn er verstarb kürzlich im Alter von 75 Jahren.

Seit 1994 war Sobeck treues und engagiertes Mitglied im Kulturverein. Er gestaltete beispielsweise den Brunnen im Stadtpark oder die Kuppel in der Volksbank. Sein wohl bekanntestes Werk ist das Mahnmal am Platz der Opfer des Nationalsozialismus an der Brienner Straße in München. Die sieben Meter hohe Granitstele, auf der ein metallener Käfig mit immerwährender Flamme trohnt, erinnert eindringlich an die Verbrechen der Nazis.

Andreas Sobeck wurde 1942 in Breslau geboren. In Niederbayern fand er nach dem Krieg seine neue Heimat. 1967 heiratete er die im Landkreis bekannte Künstlerin Hilde Seyboth und gründete mit ihr eine Familie. „Wir ergänzten uns und ich erinnere mich lebhaft, dass er sich außerordentlich viel um das Veranstaltungsforum Fürstenfeld, das Haus 10 und die Alte Schmiede gekümmert hat und stets bemüht war, Gelder dafür locker zu machen“, erzählt Hilde Seyboth. „Die Kunst war ihm einfach ein Herzensanliegen.“

Sobecks feines Gespür für Kunst im Raum – ob an öffentlichen Plätzen, im Dialog mit Raum und Architektur oder in öffentlich zugänglichen Gartenanlagen war bezeichnend für sein gestalterisches Wirken. In Ostbayern findet man seine Arbeiten zum Beispiel in einem Innenhof der Uni Passau (ein drehbares Schiff), im Kloster Niedernburg in Passau (Sakramentshäuschen), in der Pfleggasse Deggendorf (bronzenes Schwein) oder aber am Max-Joseph-Platz in Rosenheim, wo ein Brunnen an das bildhauerische Schaffen Andreas Sobecks erinnert.

Neben der Kunst war ihm die Natur, die Pflanzenwelt wichtig. Sobeck arbeitete viel und gerne gerne im eigenen Garten in Wenigmünchen, pflanzte Bäume, Sträucher und Blumen. „Dort schöpfte er Kraft und erdete sich für seine nächsten künstlerischen Herausforderungen“, weiß Hilde Seyboth. So verwundert es nicht, dass der Bildhauer engen Kontakt mit Gartenarchitekten pflegte und seine Ideen auch dort einbrachte. Er war an mehreren Landesgartenschauen beteiligt, unter anderem in Dinkelsbühl und 2014 in Deggendorf.

Plätze für Menschen zu gestalten, war sein erklärtes Ziel. Ein Ziel, das er mit schöpferischer Kraft und so lange es seine Gesundheit zuließ bis zuletzt verfolgte. Der Brucker Landkreis blieb ihm wichtig, nachdem er seinen Lebensmittelpunkt wieder nach Deggendorf verlagert hatte. Auch danach war er bei vielen Ausstellungen präsent und ein immer gern gesehener Künstler. (akk)

Das Requiem

findet am Dienstag, 12. Juni, um 11 Uhr in der Grabkirche in Deggendorf statt.

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