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Der strittige Bahnsteig soll auf 96 Zentimeter angehoben werden. 

Barrierefreier Bahnhof

Buchenau: Bahn plant Umbau neu

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Fürstenfeldbruck – Erfolg für das Aktionsbündnis: Die Bahn überarbeitet ihre Pläne zum barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Buchenau noch einmal. Auch die Stadt stellt sich hinter die Interessengemeinschaft.

In den vergangenen Wochen wurde viel geredet, jetzt ist es durch einen Stadtratsbeschluss offiziell: Die Bahn soll die Pläne zum Umbau der Haltestelle in der Buchenau noch einmal ändern. Dem stimmte das Gremium in seiner letzten Sitzung 2016 einstimmig zu.

Der Knackpunkt: Der Bahnsteig, der später zum Mittelbahnsteig wird, ist nach aktuellen Planungen auch nach dem Umbau nicht barrierefrei. Denn er bleibt 76 Zentimeter niedrig. Die haltenden S-Bahnen sind allerdings so hoch, dass es beim Aussteigen eine etwa 20 Zentimeter hohe Stufe zu überwinden gebe. Schwierig für Menschen mit Gehbehinderung. Das soll geändert werden. Die Initiative „Aktionsbündnis Bahnhof Buchenau barrierefrei“, der Vertreter des städtischen Behinderten- und Seniorenbeirats, des Sozialverbands VdK, der Caritas und der Parteien BBV, Grüne und SPD sowie der Beauftragte für Behinderte aus dem Landratsamt angehören, hatte sich dagegen eingesetzt. Eine Scheinlösung würde sonst für mehrere Jahrzehnte zementiert, so die Mitglieder.

„600 000 Euro Mehrkosten sollen nicht der große Hemmschuh“

Viele von ihnen waren in der jüngsten Sitzung des Stadtrats auch anwesend. Schon vor dem Sitzungssaal unterhielten sie sich mit den Vertretern der Bahn, Heiko Hamann (Leiter des Bahnhofs-Management München) und Projektplaner Sven Belger. Die wiesen die Brucker erst einmal darauf hin, dass die Bahn „nur Auftragnehmer“ sei. Wie die Haltestelle auszubauen sei und welche Züge dort in welchem Takt hielten, gebe die bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) vor. „Die Eisenbahngesellschaft möchte, dass im Störungsfall auch Regionalzüge in der Buchenau halten können. Das ist nur mit einer Bahnsteigkante in Höhe von 76 Zentimetern möglich“, erklärte Sven Belger, der für den Umbau zuständig ist.

Der Experte hatte auch die Zusatzkosten parat, die durch die Umplanung entstehen: „Nur für den Mittelbahnsteig sind es grob 123 000 Euro Planungs- und 490 000 Euro Baukosten mehr.“ Insgesamt blieben am Ende rund 1,2 Millionen zu zahlen. Geldgeber ist auch der Freistaat, denn er fördert die Maßnahmen. Mit 24:13 Stimmen entschied der Stadtrat nun, dass das Rathaus die Mehrkosten teilweise übernehmen könnte. Hans Schilling (CSU) sagte beispielsweise: „Die 600 000 Euro Mehrkosten sollen nicht der große Hemmschuh sein.“ Die Regionalzüge – die dann nicht mehr in der Buchenau halten können – sehen die Stadträte in Fürstenfeldbruck. Sie drängen darauf, dass dort ein Stundentakt eingeführt wird.

Zusätzlich beschloss der Stadtrat zu fordern, dass die Bahnsteige in der Buchenau nicht verschmälert werden. Das plant die Bahn aber aktuell. Um die Sicherheit der wartenden Fahrgäste sorgte sich Alexa Zierl (Grüne): „Wenn dort Züge mit mehr als 120 Kilometern pro Stunde durchbrausen, brauchen wir breite Bahnsteige.“

Das soll gemacht werden

Nach momentanem Stand soll Folgendes 2019 umgestaltet werden: Der Bahnhof erhält einen neuen unterirdischen Zugang im Westen mit drei Aufzügen. Der alte Tunnel im Osten bleibt. Die Station bekommt außerdem einen dritten Bahnsteig auf der Altbuchenauer Seite (südlich). Dort, an Gleis 3, fahren die Bahnen Richtung München. Dieser und der vorhandene nördliche Außensteig nahe Geschwister-Scholl-Platz (Gleis 1, Bahn Richtung Geltendorf) wären etwa einen Meter hoch – also etwa auf demselben Niveau wie die S-Bahn und somit barrierefrei. Der Mittelbahnsteig bleibt allerdings 76 Zentimeter niedrig. Das soll sich ändern.

vu

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