Bürgerversammlung für den Fürstenfeldbrucker Westen

Ärger über Busse und Raser im Westen

Über zu viele Busse in Fürstenfeldbrucks Buchenau beklagten sich Bürger bei der Bürgerversammlung für den Westen der Stadt. Für Unmut sorgen auch schnelle Autos.

Fürstenfeldbruck - Diese Frage hatte Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) bestimmt noch nie gehört: „Sind Sie der Bürgermeister von Schöngeising und Grafrath oder von Fürstenfeldbruck?“, fragte ein verärgerter Besucher bei der Bürgerversammlung für den Brucker Westen. Grund für den Missmut ist die neue Buslinie 820. Diese hält zum Beispiel jede halbe Stunde am Kastanienweg in der alten Buchenau. Der Vorwurf des Fragenstellers: Die Buslinie würde nur von Fahrgästen aus den beiden West-Gemeinden benutzt, um nach Fürstenfeldbruck zu kommen.

Ähnlich wie schon in Aich beklagten sich andere Bürger, dass zu viele Busse jetzt durch die Buchenau fahren würden und über die Stopps vor ihrem Garten. Den Sinn dahinter bezweifelte ein anderer Bürger, der fragte: „Wann wird eine Fahrgastzählung durchgeführt?“

Es soll Zählungen und Befragungen in den Bussen geben

Es gab aber auch Lob – etwa für die neue Anbindung, mit der man in die Innenstadt fahren kann. „Wir können uns nicht an der Ortsgrenze abschotten, da muss man über den Tellerrand hinausschauen“, sagte Raff. Man sei ja auch froh um Auswärtige, die dann in Brucker Geschäften einkaufen gehen. „Irgendwo muss der Bus halten“, verteidigte Raff die Linienführung. So werde die Buchenau schließlich besser angebunden. In den nächsten Monaten werde es Zählungen und Befragungen in den Bussen geben. Dann werde im Herbst darüber entschieden, wie es mit den neuen Buslinien weitergeht.

Über schnelle Autos, zu viele Lastwagen und den Verkehr im Allgemeinen ärgerten sich noch viele andere der knapp 100 Besucher in der Aula der Schule West. Er wolle das Thema Geschwindigkeitsübertretung nicht herunterspielen, sagte Raff. Doch dasselbe Problem mit dem zu schnellen Fahren habe man „überall und in jeder Straße“ in Fürstenfeldbruck. Und die Raser seien nun mal häufig keine Auswärtigen: „Das sind wir doch alle selber.“ Verwaltung und Polizei seien regelmäßig an Brennpunkten unterwegs. Doch die Stadt könne nicht alles regeln, so Raff indirekt: „Für den Einzelnen können wir nicht verantwortlich sein.“

Beim Kreisverkehr vor der St. Bernhard-Kirche steht nichts fest

Raff wurde auch nach Plänen für eine B 2-Verlegung auf die Rothschwaiger und Landsberger Straße gefragt. Dieser Vorschlag komme nicht von der Stadt, sondern vom Straßenbauamt, das für Bundesstraßen zuständig ist, erklärte Raff. Er sei schon vor einigen Monaten auf den Tisch gekommen, man habe dazu aber noch nichts weiter unternommen: „Wir haben uns dazu noch nicht geäußert.“ Der Vorschlag sei den Stadtratsfraktionen bekannt. Raff selbst findet den Vorschlag nicht geglückt, er sprach davon, dass man diesen „nicht akzeptieren“ werde.

Auch beim Thema Kreisverkehr vor der St. Bernhard-Kirche stehe noch nichts fest, erklärte Raff auf Nachfrage. Die Pfarrgemeinde habe bei der Stadt wegen eines Kreisels angefragt, man prüfe das derzeit. „Mehr als diese Überlegung ist es noch nicht.“ Die Befürchtung einer Bürgerin, dass dann noch mehr Autos angezogen werden, teilte Raff nicht: „Ich glaube nicht, dass ein Kreisverkehr mehr Verkehr fabriziert.“

Für einen Bürger aus der Buchenau hatte die Stadtverwaltung gute Nachrichten. Er hatte gefragt, was die Stadt gegen die Abholzung eines Grundstückes in der Lärchenstraße unternehme. Aufgrund rechtlicher Vorgaben hat das Forstamt den neuen Besitzern auferlegt, dass sie wieder aufforsten müssen, so die Auskunft.

von Fabian Dilger

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