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Bürger stürmen die Wahllokale: CSU verteidigt Direktmandate in beiden Stimmkreisen

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Schlangestehen in den Wahllokalen. Und das, obwohl viele Bürger schon Briefwahl gemacht hatten. Als die Stimmen ausgezählt sind, liegt die Wahlbeteiligung weit über 75 Prozent. Der neue Landtagsabgeordnete Benjamin Miskowitsch sieht das Wahlergebnis mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

Landkreis – Gröbenzell, Bernhard Rößner Schule, Puchheim Ort, Germering St. Cäcilia Kirche oder Kindergarten Abenteuerland: Überall das selbe Bild: Am frühen Nachmittag warten die Menschen teils eine halbe Stunde, bis sie endlich in eine Wahlkabine können. In Olching kommt der Bauhof mit dem Leeren der Wahlurnen kaum noch nach.

Als alle Stimmen ausgezählt sind steht fest: Die Inhaber der Direktmandate kommen weiterhin aus den Reihen der CSU. Benjamin Miskowitsch konnte im Stimmkreis Fürstenfeldbruck Ost 32 Prozent der Erststimmen auf sich vereinen. Im Stimmkreis Landsberg/Fürstenfeldbruck West verteidigte Alex Dorow seinen Sitz im Maximilianeum mit 35,4 Prozent. Allerdings musste auch der ehemalige BR-Moderator Federn lassen. In mehreren Orten am Ammersee bekam er weniger Stimmen als die Grüne Gabriele Triebel – wie übrigens auch in Grafrath.

Miskowitsch bekam knapp 13 Prozent weniger als zuletzt 2013 sein Vorgänger Reinhold Bocklet. Allerdings behauptete er sich in fast allen Gemeinden gegenüber seinem ärgsten Verfolger, dem Grünen-Abgeordneten Martin Runge. Nur in dessen Heimatort Gröbenzell holte dieser mehr Stimmen als Miskowitsch (33:29 Prozent). In Eichenau war das Ergebnis mit 28,2 zu 27,9 denkbar knapp. In seinem Heimatort Alling lag FW-Direktkandidat Hans Friedl vorne. Miskowitsch: „Als neuer Kandidat in der wohl schwersten Zeit der CSU glaube ich, stolz auf dieses Ergebnis sein zu können.“ Als Neuling gegen ein Kaliber wie Runge anzutreten sei nicht einfach.

Die CSU-Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler hält das Ergebnis für einen klaren Auftrag an die Partei, die Erneuerung voranzutreiben. Natürlich werde es dabei darum gehen, Köpfe auszutauschen – aber nicht nur, das wäre zu einfach, findet Staffler. „Wir müssen uns fragen, ob wir die richtigen Schwerpunkte gesetzt haben. Das Ergebnis zeigt: das haben wir nicht.“ Nach der Bundestagswahl sei eine klare Analyse verabsäumt worden.

Alex Dorow zeigte sich politisch enttäuscht. Insgesamt sei das Ergebnis aber nicht ganz so schlimm wie befürchtet. Die CSU habe auch durch Querschüsse aus Berlin verloren, etwa durch den Dieselskandal. Beim Versuch, die Leute davon zu überzeugen, dass es sich um eine Bayern-Wahl handelt, habe man oft gehört: ja, aber Berlin.....

Dorow hält nun drei Dinge für nötig: Als erstes gelte es, eine stabile Regierung zu bilden. Als zweites müsse es personelle Konsequenzen geben, worüber aber intern zu sprechen sei. Und zum Dritten müsse man versuchen, die beiden Flügel, die nach außen abgewandert seien, so gut wie möglich wieder einzufangen.

Der scheidende Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet gratulierte Miskowitsch. Er habe mit einem äußerst engagierten Wahlkampf entscheidend zu seinem überzeugenden Erfolg beigetragen. Glückwünsche richtete Bocklet auch an Dorow, der ein eindrucksvollen Ergebnis vorweisen könne. Insgesamt sei das Ergebnis der CSU natürlich ein Schlag ins Kontor. Es gebe mehrere Gründe. Einer davon: So wie geschehen, könne man Konflikte nicht austragen.    st/imu/tog

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