Kabinett beschließt weitgehende Abschaffung des Solidaritätszuschlags

Kabinett beschließt weitgehende Abschaffung des Solidaritätszuschlags
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Die Gebäude rund um die Aumühle sind teils denkmalgeschützt. Sie geben dem Quartier ihren Charakter, machen seine Neugestaltung aber zur Herausforderung.

Wettbewerb zur Neugestaltung

Aumühle und Lände: Bürger sollen mitreden

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Die Stadtwerke räumen die Aumühle im Sommer 2020. Auch der Bauhof auf der Lände soll umziehen. Was passiert dann mit dem Gebiet? Bevor es konkret wird, sollen die Brucker mitreden.

Fürstenfeldbruck – Mehr als drei Hektar umfassen die Flächen rund um die Aumühle und auf der Lände, die Bullachstraße und den Leonhardsplatz mit eingerechnet. Auch sie liegen in dem Umgriff, den Architekten jetzt in einem Wettbewerb neu überplanen sollen. Fünf bis zehn Büros sollen Lösungen erarbeiten, wie das Quartier in Zukunft aussehen soll.

Eine Jury wird drei Siegerentwürfe prämieren, von denen die Stadt einen als Grundlage für die Aufstellung neuer Bebauungspläne auswählt. Für dieses Verfahren sprach sich der Planungs- und Bauausschuss des Stadtrates am Donnerstag mit großer Mehrheit aus. Zudem beschloss er, im Februar oder März eine Veranstaltung zur Bürgerbeteiligung anzusetzen, bevor der Wettbewerb beginnt. Anregungen aus der Beteiligung sollen noch in die Aufgabenstellung einfließen können.

Dass die Aufgabe für die Planer schon mit den bisherigen Vorgaben nicht leicht ist, wurde in der Sitzung einmal mehr deutlich. Vier Stunden lang gingen die Räte Punkt für Punkt das 60-seitige Papier mit den Vorgaben für den Wettbewerb durch, das Stadtverwaltung und ein Planungsbüro entworfen hatten. Am Wasser gelegen, in direkter Nachbarschaft zum Stadtpark und keine 300 Meter von der Hauptstraße entfernt, zählt das Viertel zu den attraktivsten Lagen der Stadt. Entsprechend hoch sind die Ansprüche, die an die Planer gestellt werden.

Lange Liste mit Vorgaben für die Planer

Die Liste mit Vorgaben ist lang: Wohnen in unterschiedlichen Formen und für unterschiedliche Klientel soll ebenso Platz finden wie Raum für Beschäftigte in der Kreativwirtschaft und für Kulturschaffende. Dazu sollen Naherholungs- und Naturflächen kommen – und das alles soll durch ein passendes Wegenetz möglichst gut und möglichst autoarm mit der umliegenden Stadt verbunden werden.

Die notwendige Anzahl von Pkw-Stellplätzen war einer der wenigen wirklichen Streitpunkte in der Debatte. Vor allem Alexa Zierl (Partei und Frei) und Christian Stangl (Grüne) forderten, die Zahl der Parkplätze möglichst gering zu halten. 

Autos sollen möglichst draußen bleiben

Klaus Wollenberg (FDP) widersprach heftig. Das passe nicht zu dem Ziel, ein Quartier für die Kreativwirtschaft zu schaffen. Beschäftigte und Kunden würden nun mal mit dem Auto kommen. Ein autoarmes Quartier zu fordern, wie auf Antrag von Zierl in den Auslobungsentwurf geschrieben wurde, sei „reine Ideologie“. Dennoch folgte der Ausschuss auch der Forderung, den Stellplatzschlüssel niedriger anzusetzen als von der Verwaltung geplant. Auch die Vorgabe, dass die Entwürfe Parkplätze am Leonhardsplatz vorsehen müssten, wurde auf Anregung von Ulrich Schmetz (SPD) aus dem Text gestrichen.

Zu allen Schwierigkeiten kommen auch noch Herausforderungen durch den Denkmalschutz. Der Alte Schlachthof muss in großen Teilen stehen bleiben, auch die Aumühle und einige umliegende Gebäude, teils wohl noch aus dem 16. Jahrhundert, werden ebenfalls erhalten. Die teils historische Bebauung macht das Areal attraktiv, schränkt aber die Gestaltungsspielräume ein. Neue Gebäude, Plätze und Wege müssen drum herum geplant werden.

Wohngebäude sollen vor allem südlich der Aumühle entstehen. Die Flächen gehören bereits der Wohnungsbaugesellschaft IGEWO aus München. Sie will sowohl frei finanzierte als auch geförderte Wohnungen bauen. Die Stadtwerke sind auf diesem Teil ihres Betriebsgeländes schon heute nur noch Mieter. Kreative, also etwa Designer oder Software-Entwickler, sollen vor allem rund um den Schlachthof Platz bekommen, wo Wohnen ohnehin in Konflikt mit Konzertveranstaltungen stünde. Der Verein Subkultur soll weiter dort bleiben.

Im Bereich des Bauhofs soll ein urbanes Mischgebiet mit experimentellen Wohnformen zum Teil für eine junge Klientel entstehen. In der Bullachstraße und am Leonhardsplatz soll vorrangig der Straßenraum attraktiver werden. Bis sich in dem Gebiet aber baulich etwas Entscheidendes tut, werden noch mehrere Jahre vergehen.

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