Braun-weiß gefleckter Bulle mit Nasenring auf der Weide, Stier, Hausrind (Bos primigenius taurus), Sachsenkam, Oberbayern, Bayern, Deutschland, Europa
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Ein Bulle.

Schlachthof

Bullen mit gebrochener Schulter transportiert

Eine unschöne Szene spielte sich im Frühjahr 2019 am Münchner Schlachthof ab. Als ein Transporteur seinen Lkw öffnete, kullerte ihm ein Bulle sprichwörtlich entgegen.

Westlicher Landkreis –  Das Tier hatte eine gebrochene Schulter – und der Transporteur eine Verurteilung wegen Tierquälerei am Hals. Am Ende kam der 41-Jährige aus dem westlichen Landkreis dann aber nahezu ungeschoren davon.

Die ursprünglich verhängten 2850 Euro Strafe wollte der Tiertransporteur nicht bezahlen. Er legte Einspruch ein. Es kam zur Verhandlung Vor dem Amtsgericht Fürstenfeldbruck beteuerte der Mann, der Bulle sei beim Verladen noch gesund gewesen. „So eine schwerwiegende Verletzung sieht auch jeder, der nicht vom Fach ist.“ Er selber sei Metzger und sehr wohl vom Fach.

Für die Fuhre zum Schlachthof habe er auf einem Bauernhof 31 Bullen verladen. Einzeln oder zu zweit seien die Tiere von einer Box durch einen rund 40 Meter langen Gang in den Transporter getrieben worden. Er selber sei jeweils hinter den Tieren hergegangen. „Wenn eines so schwer verletzt ist, wäre das aufgefallen.“

20 Euro bekomme er pro Tier für die Fahrt, so der 41-Jährige. Dafür würde er solchen Ärger nicht absichtlich in Kauf nehmen, sondern hätte einen Tierarzt gerufen. Der hätte den Bullen wohl noch vor Ort getötet.

Allerdings kann sich der Bulle nicht erst auf dem Transport verletzt haben. Der Schulterbruch war bereits vier Wochen alt. Trotzdem war der Richter überzeugt, dass der Angeklagte absichtlich Tiere geschunden habe. Es könnten jedoch auch Fehler geschehen, die gebrochene Schulter schlicht übersehen worden sein. Die Staatsanwältin meinte zum Angeklagten: „Ich habe den Eindruck sie sind kein schlechter Mensch“.

Richter und Staatsanwältin boten die Einstellung des Verfahrens gegen das Tierschutzgesetz an. Nach Beratung mit seinem Anwalt stimmte der 41-Jährige zu – schweren Herzens. Der Fall wurde also vorläufig eingestellt, Der Tiertransporteur aus dem West-Kreis muss statt 2850 Euro Strafe nur 1000 Euro Buße zahlen.  sus

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